Die FTSE-100-Futures setzten den jüngsten Abwärtstrend fort und erreichten den niedrigsten Stand seit dem 5. Januar dieses Jahres. Am Montag fielen sie auf £9,800 und lagen damit 10 % unter ihrem diesjährigen Höchststand – damit ist der Index offiziell in einer Korrektur. 

Hauptgründe für den Rückgang des FTSE‑100-Index 

Für den Rückgang des Footsie-Index in diesem Jahr gibt es zwei Hauptgründe. Der auffälligste ist, dass der andauernde Krieg im Iran zu einem starken Ausverkauf bei globalen Indizes geführt hat.

Beispielsweise sind in Europa führende Indizes wie der deutsche DAX, der französische CAC 40 und der spanische IBEX alle um nahezu 10 % von ihren diesjährigen Höchstständen gefallen.

Der gleiche Trend zeigt sich in den Vereinigten Staaten, wo die mit dem Dow Jones, dem S&P 500 und dem Nasdaq 100 verbundenen Futures am Montag fielen. Auch diese Indizes haben sich deutlich von ihren Höchstständen dieses Jahres entfernt.

Der FTSE‑100-Index ist zudem aufgrund des Handelns der Bank of England (BoE) gefallen, die mit einer als Stagflation bekannten Situation zu kämpfen hat – also steigender Inflation bei gleichzeitig verlangsamter Wirtschaft.

Die für diese Woche erwarteten Daten dürften zeigen, dass die UK‑Inflation letzten Monat über 3 % blieb, also über dem Ziel der Zentralbank von 2,0 %. Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten weiter steigen, da die Gaspreise in diesem Jahr um 104 % gestiegen sind. Auch die Rohölpreise sind gesprungen, wobei Brent als weltweiter Referenzwert auf $112 gestiegen ist – deutlich über dem Jahrestief von $55.

Stagflation ist der Alptraum jeder Zentralbank. Zinssenkungen zur Ankurbelung des Wachstums führen oft zu hoher Inflation, während Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation das Wachstum dämpfen.

Die meisten Unternehmen im FTSE‑100-Index haben in diesem Jahr stark nachgegeben. Die Aktie von Barratt Redrow ist in diesem Jahr um 32 % gefallen, da Bauträger weiterhin Preise senken.

Die Aktie von EasyJet ist gefallen und liegt in diesem Jahr 30 % im Minus, da die Kosten für Jet-Treibstoff weiter stark ansteigen und damit langfristig die Margen belasten werden. 

Die Aktie von Entain ist um 29 % gefallen, da Wettbewerber wie Polymarket und Kalshi weiter Marktanteile gewinnen. Auch andere Glücksspielunternehmen wie DraftKings und Flutter haben in den vergangenen Monaten stark nachgegeben.

Weitere Schwergewichte mit deutlichen Verlusten im FTSE‑100 sind Intertek Group, Sage Group, Experian, Barclays und Burberry Group. Diese Unternehmen liegen alle in diesem Jahr mehr als 22 % im Minus.

Auf der anderen Seite gibt es einige Gewinner in diesem Jahr. Die Aktie von Beazley stieg nach der Übernahme durch Zurich, einen großen Versicherer, um 50 %. Schroders legte nach der Übernahme durch Nuveen um 40 % zu. 

Die Aktie von BAE Systems kletterte in diesem Jahr um 31 %, da das Unternehmen erheblich vom andauernden Krieg im Iran profitieren dürfte, was die Nachfrage erhöht. Zu den weiteren Top-Gewinnern zählen BP, Glencore, Shell, Centrica und BT Group.

Chartanalyse des FTSE‑100-Index 

FTSE‑100-Index-Chart | Quelle: TradingView 

Der Tages-Chart zeigt, dass der FTSE‑100-Index in den vergangenen Wochen deutlich gefallen ist, von einem Jahreshoch von £10,920 im letzten Monat auf aktuell £9,800.

Der Index ist unter das zentrale Unterstützungsniveau bei £10,080 gefallen, dem tiefsten Schwung am 9. März dieses Jahres. Er notiert zudem unter dem 23,6 %-Fibonacci-Retracement-Level bei £10,116.

Der Index fiel unter die 50‑Tage- und 100‑Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitte (EMA), während der Relative‑Stärke‑Index (RSI) sich dem überverkauften Niveau von 30 näherte.

Daher wird der Index kurzfristig voraussichtlich weiter fallen, möglicherweise bis zum 50 %-Fibonacci-Retracement-Level bei £9,225. Später in diesem Jahr dürfte er wieder anziehen, wenn es Anzeichen für ein Ende des Krieges gibt.

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