Li Lu ist vielleicht kein bekannter Name bei Privatanlegern, doch in den Gängen von Berkshire Hathaway wird er hoch geachtet.

In China geboren und geprägt von den Studentenprotesten 1989, fand Lu schließlich an der Columbia University seine Berufung, nachdem er eine Vorlesung von Warren Buffett gehört hatte.

Seine Investmentfirma Himalaya Capital verwaltet mittlerweile 3,5 Mrd. US-Dollar und verfolgt eine konzentrierte Strategie, die die Buy-and-Hold-Philosophie seines verstorbenen Mentors Charlie Munger widerspiegelt.

Ende 2025 waren erstaunliche 75 % von Lus Portfolio auf nur drei Schwergewichte konzentriert: Alphabet, Bank of America und PDD Holdings.

Alphabet Inc.: die KI‑Festung und Suchdominanz

Alphabet‑Aktie bleibt das Kronjuwel von Lus Portfolio und macht einen beträchtlichen Anteil von 44 % aus, verteilt auf Aktien der Klassen A und C.

Während Kritiker einst befürchteten, generative KI könnte Googles Suchhegemonie untergraben, hat sich das Unternehmen als bemerkenswert robust erwiesen.

Jüngste juristische Siege gegen die Kartellbemühungen des US-Justizministeriums haben bedeutende regulatorische Unwägbarkeiten beseitigt und ermöglichen es dem Tech‑Giganten, die KI‑Integration voranzutreiben.

Über die Suche hinaus diversifiziert sich Alphabets Ökosystem schnell; YouTube bleibt eine dominierende Kraft im digitalen Medienbereich, während Waymo den aufkommenden Sektor autonomer Fahrdienste anführt.

Mit einem Forward‑KGV von rund 26 bieten Googles Aktien eine seltene Mischung aus „Magnificent Seven“‑Wachstum und einer Bewertungskennzahl, die Value‑Investoren wie Lu weiterhin akzeptabel finden.

Bank of America: Skalenvorteile in wirtschaftlich volatilen Zeiten

Mit 16 % des Kapitals von Himalaya ist Bank of America Lus Hauptwette auf die dauerhafte Größe des US‑Finanzsystems.

Trotz jüngster geopolitischer Erschütterungen im Nahen Osten, die die Energiepreise in die Höhe trieben, fand der Bankensektor Rückenwind in einer sich steilenden Zinskurve und einem sich wandelnden regulatorischen Umfeld.

Anleger sind besonders optimistisch hinsichtlich einer Deregulierungsrallye, da Beamte der Federal Reserve eine mögliche Lockerung der strengen Kapitalanforderungen signalisieren, die aus der Krise 2008 hervorgingen.

Für einen Titanen wie Bank of America führen niedrigere Kapitalvorgaben direkt zu höheren Aktionärsrenditen durch Dividenden und Aktienrückkäufe.

Seine massive Infrastruktur erlaubt es, Technologiekosten zu tragen, die kleinere Wettbewerber schlicht nicht stemmen können, was es zu einem klassischen ‚Scale‑Play‘ macht.

PDD Holdings: eine konträre Wette auf den chinesischen E‑Commerce

Die umstrittenste der ‚Big Three‘ in Lus Portfolio ist PDD Holdings, die Muttergesellschaft von Pinduoduo und dem globalen Disruptor Temu.

Mit 15 % des Portfolios unterstreicht diese Position Lus Bereitschaft, gegen den Strom zu investieren.

Während chinesische Aktien in den vergangenen fünf Jahren einen zermürbenden Abschwung erlebten, bedingt durch schwaches Verbrauchervertrauen und heftige Margenkämpfe, bietet PDD eine Bewertungsdifferenz, die schwer zu ignorieren ist.

Mit einem mageren Forward‑KGV von 8 – im Vergleich zu über 23 bei US‑Tech‑Benchmarks – sind PDD‑Aktien eine Wette mit hoher Überzeugung auf eine spätere Erholung der chinesischen Wirtschaft.

Für Lu wird das Risiko regionaler regulatorischer Komplexität durch die enorme Effizienz und die explosive globale Reichweite von Temus Lieferkettenmodell ausgeglichen.

The post „Chinesischer Warren Buffett“: Beteiligungen an 3 Aktien – kaufen? appeared first on Invezz