Amazon entwickelt innerhalb seiner Geräte- und Serviceeinheit ein neues Smartphone, mehr als ein Jahrzehnt nach seinem ersten gescheiterten Versuch in dieser Kategorie, laut einem Bericht von Reuters.

Das intern „Transformer“ genannte Projekt wird als personalisiertes Mobilgerät positioniert, das sich in den Sprachassistenten Alexa integrieren lässt und den ganzen Tag über als dauerhafter Kontaktpunkt für Amazon‑Nutzer fungieren kann.

Allerdings bleiben Details wie Preisgestaltung, Zeitplan und finanzielle Verpflichtungen unklar, und das Projekt könnte verworfen werden, falls sich strategische Prioritäten verschieben.

Zweiter Anlauf nach dem Fire Phone‑Flop

Der neue Vorstoß von Amazon erfolgt mehr als zehn Jahre, nachdem das Unternehmen 2014 das Fire Phone auf den Markt brachte, ein Versuch, Apple und Samsung im Smartphone‑Markt herauszufordern.

Das Gerät wurde innerhalb eines Jahres eingestellt und wurde zu einem der bekanntesten Produktflops des Unternehmens.

Die neue Initiative spiegelt eine langjährige Vision des Gründers Jeff Bezos wider, eine voice‑first Computing‑Plattform aufzubauen, ähnlich den futuristischen Assistenten, wie sie in der Science‑Fiction, etwa in Star Trek, dargestellt werden.

Damals hatte Amazon die Smartphone‑Erfahrung auf Shopping ausgerichtet und Prime‑gebundene Vorteile sowie tiefere Einblicke in das Verbraucherverhalten angeboten.

KI und Alexa im Zentrum des Geräts

Das Transformer‑Projekt soll stark auf künstliche Intelligenz setzen, um ein nahtloses und personalisiertes Nutzererlebnis zu bieten.

Das Gerät könnte als konstante Schnittstelle zwischen Amazon und seinen Kunden fungieren und den Zugriff auf Dienste wie Shopping, Streaming und Essenslieferungen erleichtern.

Dem Bericht zufolge könnte das Telefon die Abhängigkeit von herkömmlichen App‑Stores verringern, indem es KI nutzt, um Aufgaben zu erledigen, ohne dass Nutzer separate Anwendungen herunterladen müssen.

Obwohl Alexa voraussichtlich ein zentrales Feature sein wird, dürfte es nicht als primäres Betriebssystem des Geräts fungieren.

Der Vorstoß in KI‑gestützte Hardware erfolgt zu einer Zeit, in der mehrere Unternehmen mit Alternativen zum herkömmlichen Smartphone experimentieren.

Jüngste Versuche wie der Humane AI Pin und das Rabbit R1 hatten Schwierigkeiten, sich durchzusetzen, was die Herausforderungen beim Aufbau marktfähiger KI‑nativer Geräte verdeutlicht.

Zunehmender Wettbewerb in KI und Hardware

Der Schritt von Amazon erfolgt ebenfalls, während Wettbewerber ihre Bemühungen verstärken, KI in Consumer‑Hardware zu integrieren.

OpenAI arbeitet mit dem ehemaligen Apple‑Designer Jony Ive an neuen Hardware‑Konzepten, während Google und Meta KI‑fähige Wearables wie smarte Brillen und Kopfhörer entwickeln.

Obwohl Amazons Cloud‑Einheit bei der Infrastruktur führend bleibt, wurde das Unternehmen dafür kritisiert, bei verbraucherorientierten KI‑Anwendungen hinterherzuhinken.

Sein Sprachassistent Alexa wurde vor dem Relaunch 2025 umfassend überarbeitet und gilt als zentral für Amazons langfristige Strategie.

Mögliche Ausgestaltung und Konfiguration des Projekts

Drei mit dem Transformer‑Projekt vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur, dass das Gerät noch in Entwicklung sei, wobei Amazon sowohl ein herkömmliches Smartphone als auch eine vereinfachte „Dumbphone“-Variante mit eingeschränkten Funktionen prüfe, die darauf abzielt, die Bildschirmabhängigkeit zu reduzieren.

Das Unternehmen habe noch keine Gespräche mit Mobilfunkpartnern über das Gerät aufgenommen, fügten sie hinzu.

Bericht zufolge lässt sich das Konzept zudem vom Light Phone inspirieren, einem minimalistischen Mobiltelefon für $700, das nur Basisfunktionen wie Kamera, Karten und Kalender bietet – ohne App‑Store oder Webbrowser.

Eine Feature‑Phone‑Version könnte auch als Zweitgerät positioniert werden, das primäre Smartphones wie iPhones und Samsung‑Galaxy‑Modelle ergänzt.

Geräte in dieser Kategorie, einschließlich Light‑Phone‑ähnlicher Mobiltelefone und Klapphandys, machten laut Counterpoint Research etwa 15 % der weltweiten Geräteverkäufe im Jahr 2025 aus.

Marktherausforderungen bleiben erheblich

Analysten warnen, dass der Einstieg in den Smartphone‑Markt schwierig sein werde.

Colin Sebastian, Analyst bei R.W. Baird, sagte, dass Amazons früheres Scheitern im Smartphone‑Markt einen neuen Versuch nicht ausschließe, warnte jedoch, dass die Herausforderung nach wie vor erheblich sei.

„Amazon wird den Verbrauchern einen überzeugenden Grund geben müssen, das Telefon zu wechseln, und die Menschen sind ziemlich an die bestehenden App‑Stores gebunden“, sagte er im Reuters‑Bericht.

Die Herausforderung wird durch die Dominanz von Apple und Samsung verstärkt, die zusammen laut Counterpoint Research etwa 40 % der weltweiten Smartphone‑Lieferungen im vergangenen Jahr ausmachten.

Auch der breitere Marktausblick schwächt sich ab.

Der International Data Corporation zufolge dürften die weltweiten Smartphone‑Lieferungen 2026 um 13 % zurückgehen, getrieben von steigenden Komponenten‑Kosten, insbesondere für Speicherchips.

Trotzdem scheint Amazon bereit, einen weiteren Versuch zu unternehmen, das mobile Computing neu zu definieren, in der Hoffnung, dass Fortschritte in der KI dort erfolgreich sind, wo frühere Versuche scheiterten.

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