Der Lloyds-Aktienkurs stieg drei Tage in Folge, während sich die Londoner Aktien heute weiter erholten. Er stieg am 18. März auf 97,45p, ein Plus von 5,95% gegenüber dem Tiefstand dieses Monats, da Anleger ihren Fokus auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Bank of England richten.

Analysten erwarten straffere Geldpolitik der Bank of England 

Lloyds Bank, Muttergesellschaft von Halifax, Bank of Scotland und Scottish Widows, steht diese Woche im Fokus, da die Bank of England (BoE) ihre Zinsentscheidung veröffentlicht.

Wirtschaftsexperten erwarten, dass die Zentralbank aggressiv auf die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert, da Entscheidungsträger überzeugt sind, dass der Krieg im Iran zu höherer Inflation führen wird. Fluggesellschaften haben ihre Tarife erhöht, während Rohöl- und Erdgaspreise auf den höchsten Stand seit Monaten gestiegen sind.

Ein straffes Signal könnte die Bank dazu veranlassen, auf eine mögliche Zinserhöhung hinzuweisen, ähnlich wie es die Reserve Bank of Australia (RBA) am Dienstag tat. Diese hob die Zinsen in der dritten aufeinanderfolgenden Sitzung an.

Analysten gehen davon aus, dass die Zentralbank die Zinsen vorerst bei 3,75% belassen wird, um Zeit zu gewinnen, auf die sich entwickelnden Ereignisse zu reagieren. Das Office for Budget Responsibility (OBR) prognostiziert, dass die Inflation zum Jahresende bei 3% liegen wird, also über dem Ziel der Bank von 2%. Folglich preisen die Märkte eine 50%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in diesem Jahr ein.

Lloyds Bank dürfte von einer strafferen Geldpolitik der Bank of England aufgrund ihres Geschäftsmodells profitieren. Als Bank führt ein höheres Zinsniveau in der Regel zu einem höheren Nettozinsergebnis.

Lloyds Banks Geschäft läuft gut 

Die jüngsten Jahreszahlen zeigten, dass das Unternehmen gut aufgestellt ist, mit weiter steigendem Umsatz und Profitabilität.

Die Zahlen offenbarten, dass das Unternehmen im Vorjahr durch seine strategischen Initiativen 1,5 Mrd. £ an annualisiertem Zusatzumsatz erzielt hat. Nun hofft es, in diesem Jahr 2 Mrd. £ zu erreichen, mehr als die bisherige Prognose von 1,5 Mrd. £.

Lloyds Bank erzielte einen gesetzlich ausgewiesenen Gewinn vor Steuern von 6,7 Mrd. £, 700 Mio. £ mehr als 2024. Das zugrunde liegende Nettoergebnis stieg um 6% auf 13,6 Mrd. £, während die Nettozinsspanne auf 3,06% zunahm.

Der größte Wermutstropfen im Bericht war ein Sanierungskostenaufwand von 968 Mio. £ im Zusammenhang mit einer Regelung zu Provisionen im Kfz-Finanzierungsgeschäft. Positiv ist, dass diese Sanierungskosten voraussichtlich in diesem Jahr sinken oder enden könnten.

Lloyds Bank erwartet, dass ihr Nettoergebnis in diesem Jahr auf 14,9 Mrd. £ steigt, während die Cost‑Income‑Ratio unter 50% fallen soll. Das Institut erwartet, weiterhin eigene Aktien zurückzukaufen und Dividenden an die Aktionäre auszuschütten.

Technische Analyse der Lloyds-Aktie

Lloyds-Aktienkurs

LLOY-Aktienchart | Quelle: TradingView 

Das Tages-Chart zeigt, dass der LLOY-Aktienkurs in den vergangenen Wochen zurückgekommen ist und sich von einem Hoch von 114,60p im Februar auf aktuell 97,66p bewegt hat.

Die Aktie notiert nun leicht über dem 23,6% Fibonacci-Retracement-Level. Sie liegt weiterhin über dem 50-Tage-Gleitenden Durchschnitt.

Die Aktie hat außerdem ein Bullish-Engulfing-Muster ausgebildet, bestehend aus einer großen bullishen Kerze, die auf eine bearishe folgt.

Daher ist die wahrscheinlichste Prognose ein Rebound der Aktie, möglicherweise bis zum wichtigen Widerstand bei 100p. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde auf weitere Gewinne bis zum Jahreshoch von 114,60p hindeuten.

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