
Die Unilever-Aktie befindet sich weiterhin in einer technischen Korrektur, nachdem sie von ihrem diesjährigen Höchststand um 13 % gefallen ist. Sie ist von ihrem Jahreshoch von 5,492p auf 4,800p gesunken, da sich Anleger auf den bevorstehenden Turnaround konzentrieren.
Unilever prüft die Abspaltung seiner Lebensmittelsparte
Unilever, einer der größten Akteure in der Branche der schnelllebigen Konsumgüter (FMCG), setzt seine Turnaround-Strategie fort. Laut Bloomberg erwägt das Unternehmen die Abspaltung seiner Lebensmittelsparte, zu der Marken wie Knorr, Hellmann’s, Maille Dijon, Colman’s und Namdong Instantnudeln gehören.
Dabei handelt es sich um ein großes Geschäftsfeld: Hellmann’s und Knorr machen 60 % der Lebensmittelsparte aus. Die jüngsten Zahlen zeigten, dass die Lebensmittelsparte über €12,9 Mrd. erwirtschaftete, ein Rückgang von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr. Sie ist damit das zweitgrößte Geschäftsfeld nach dem Bereich Personal Care, der €13,2 Mrd. erzielte.
Die Lebensmittelsparte hat sich in den letzten Monaten abgeschwächt, da die Inflation mehr Kunden zu günstigeren Marken treibt. Analysten warnen zudem, dass die Popularität von GLP‑1-Medikamenten die Konsumenten dazu veranlassen könnte, weniger kaloriendichte Produkte zu konsumieren.
Die Abspaltung, falls sie zustande kommt, folgt ein Jahr nachdem das Unternehmen seine Eissparte in Magnum Ice Cream ausgegliedert hat, an der es weiterhin eine 20%-Beteiligung hält. Es plant, diese Beteiligung in den kommenden Jahren weiter zu veräußern.
Die Abspaltung wird voraussichtlich in Form eines Verkaufs erfolgen, möglicherweise an Unternehmen aus dem Private-Equity-Sektor. Es ist aber auch denkbar, sie in eine eigenständige börsennotierte Gesellschaft auszugliedern.
Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass Unilevers Geschäft im vergangenen Jahr unter Druck blieb. Der Umsatz ging im letzten Jahr um 3,8 % auf €50,5 Mrd. zurück, wobei alle Segmente schrumpften. Der Umsatz im Bereich Beauty und Wellbeing sank um 2,3 % auf €12,8 Mrd., während Personal Care, Home Care und Foods auf €13,2 Mrd., €11,6 Mrd. bzw. €12,9 Mrd. zurückgingen.
Positiv zu vermerken ist, dass das operative Ergebnis um 2,4 % auf €9 Mrd. stieg, während der Nettogewinn auf €6,2 Mrd. anstieg. Infolgedessen startete das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm über €1,5 Mrd. und erhöhte die Dividende um 3 %.
Ein zentrales Risiko für Unilever ist, dass der andauernde Krieg im Iran voraussichtlich das Geschäft beeinträchtigen wird, etwa durch Störungen der Lieferketten und steigende Geschäftskosten. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass das Unternehmen hoch bewertet ist: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (forward P/E) liegt bei 18 und damit über dem Sektormedian von 15.
Technische Analyse der Unilever-Aktie

ULVR-Aktienchart | Quelle: TradingView
Der Drei-Tage-Chart zeigt, dass der Unilever-Kurs in den vergangenen Wochen stark gefallen ist. Er sank von 5,480p auf aktuell 4,800p. Dieser Rückgang drückte die Aktie unter die 50- und 100-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitte (EMA).
Die Aktie fiel außerdem unter die Ichimoku-Wolke und den Strong Pivot Reverse-Punkt der Murrey-Math-Linien.
Daher wird die Aktie voraussichtlich in diesem Monat weiter fallen; das nächste wichtige Ziel ist das Ultimate-Support-Level bei 4,087p.
Auf der positiven Seite hat die Aktie eine Hammer-Kerzenformation ausgebildet, die auf eine mögliche kurzfristige Erholung hindeutet.
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