us stocks may not snap back after iran war

Während der Konflikt im Nahen Osten die globalen Märkte weiter erschüttert, suchen Anleger nach Anzeichen für eine Trendwende.

Allerdings gab Altaf Kassam – EMEA-Leiter für Investment Strategy and Research bei State Street Global Advisors – heute bei CNBC eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

Während historische Präzedenzfälle zeigen, dass die Märkte häufig noch vor dem offiziellen Ende eines Konflikts anziehen, warnte Kassam, dass die aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Lage – geprägt von einer direkten militärischen Konfrontation mit Iran – dem traditionellen Muster einer schnellen Erholung möglicherweise nicht entspricht.

Stattdessen wird erwartet, dass eine anhaltende „Risikoprämie“ lange über US-Aktien hängen bleibt, selbst nachdem die Waffen schweigen.

Der ‚Angstaufschlag‘ auf US-Aktien bleibt bestehen

Kassam sagte, Finanzmärkte seien von Natur aus vorausschauend – sie rechnen häufig mit dem Ende eines Krieges, noch lange bevor eine endgültige Waffenruhe eintritt.

„In früheren Konflikten haben wir gesehen, dass die Märkte das Ende des Krieges weit vor dem Ende jeglicher militärischer Auseinandersetzungen einpreisen“, sagte er und fügte hinzu, dass sich dieses Phänomen wiederholen könnte, wenn die Anleger einen klaren diplomatischen Weg sehen.

Kassam hob speziell die Rolle des Weißen Hauses hervor und sagte: „Es scheint klar, dass Präsident Trump eine Art Ausstiegsoption vorbereitet, und wenn er sagt, der Krieg sei vorbei, könnten die Märkte mit einer Erholungsrallye reagieren.“

Er warnte jedoch, dass eine headline-getriebene Rallye zwar möglich sei, diese aber nicht mit einer Rückkehr in das in früheren Jahren beobachtete Niedrigvolatilitätsumfeld gleichzusetzen sei.

Kassam erwartet keine V-förmige Erholung

Einer der auffälligsten Punkte in Kassams Analyse ist die Auffassung, dass die derzeit in US-Aktienpreisen verankerte „Risikoprämie“ nicht einfach verschwinden werde, sobald die Feindseligkeiten enden.

Anders als die in den letzten zehn Jahren typischen „V-förmigen“ Erholungen erwartet State Street für 2026 eine deutlich hartnäckigere Risikolandschaft.

„Wir gehen davon aus, dass die bereits eingepreiste Risikoprämie bestehen bleiben wird“, erklärte Kassam und fügte hinzu: „Die Märkte werden nicht so schnell zurückschnellen, wie sie gefallen sind, und wir werden keine saubere Mittelwertumkehr sehen.“

Das bedeutet: Die strukturellen Schäden an globalen Energieversorgungsketten und die erhöhte Bedrohung durch asymmetrische Vergeltung haben die Untergrenze der Bewertungen grundlegend verschoben, wodurch Anleger mit höheren Kapitalkosten und niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnissen für die absehbare Zukunft konfrontiert werden.

Der drohende Schatten der Stagflation

Die bedeutendste Bedrohung für die langfristige Gesundheit des Aktienmarktes sei laut Kassam die Möglichkeit eines ‚Regimewechsels‘ in der Weltwirtschaft hin zur Stagflation.

Da die Ölpreise bei rund 100 US-Dollar pro Barrel liegen und die Straße von Hormus weiterhin ein Brennpunkt ist, schaffen der doppelte Druck aus stagnierendem Wachstum und steigenden Preisen einen toxischen Cocktail für „riskante Vermögenswerte“.

Kassam warnte, dass „das Worst‑Case‑Szenario … Stagflation, geringes Wachstum und steigende Inflation ist.“ Sollte die Weltwirtschaft in dieses Regime eintreten, könnte die Ära leichter Gewinne durch passives Index-Investieren vorbei sein.

„Es wird ein deutlich schwerer zu handelnder Markt sein“, schloss er und deutete an, dass aktives Management und ein Fokus auf defensive Sektoren wie energieintensive Alternativen oder die Luft‑ und Raumfahrt der einzige Weg sein könnten, um in dieser komplexen neuen Realität zu navigieren.

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