Der EUR/USD-Wechselkurs setzte seinen starken Abwärtstrend fort und erreichte den niedrigsten Stand seit November des Vorjahres. Er fiel auf 1,1495, deutlich unter dem Jahreshoch von 1,2080. Dieser Rückzug könnte anhalten, solange der Krieg im Iran andauert.

Europa unter Druck, da der Krieg im Iran die Energiepreise steigen lässt 

Der EUR/USD-Wechselkurs ist jüngst eingebrochen, da sich die Anleger auf den anhaltenden Krieg im Iran konzentrieren, der die Energiepreise deutlich nach oben getrieben hat.

Europäische Länder sind stark von dieser Krise betroffen, da sie größtenteils auf Energie aus Ländern des Nahen Ostens angewiesen sind, insbesondere nach Russlands Invasion in der Ukraine. 

Der Block importiert nun den Großteil seines Gases aus Katar und anderen Ländern des Nahen Ostens. Diese Lieferungen sind jetzt abgeschnitten, da Iran die strategisch wichtige Straße von Hormus geschlossen hat.

Daher ist es wahrscheinlich, dass die europäische Industriebasis betroffen sein wird, wie die jüngsten Stellenkürzungen bei Volkswagen zeigen. 

Infolgedessen dürfte die Verbraucherinflation wieder anziehen und die Fortschritte der Europäischen Zentralbank (EZB) zunichte machen.

Der nächste entscheidende Katalysator für das EUR/USD-Paar ist die anstehende EZB-Zinsentscheidung, die nächste Woche veröffentlicht wird. Ökonomen erwarten, dass die Bank die Zinssätze unverändert bei 2,15% belässt und den Einlagensatz bei 2%.

Ein am Freitag veröffentlichter Bericht zeigte, dass die meisten Ökonomen erwarten, dass die Bank die Zinsen bis 2028 unverändert lassen wird. Diese Umfrage stand im Widerspruch zu den Erwartungen der Marktteilnehmer, die bis Juli dieses Jahres eine Erhöhung um einen Viertelpunkt einpreisen. In einer Notiz sagte ein Bloomberg-Analyst:

„Eine Erhöhung könnte in diesem Jahr dennoch eintreten, wenn der Schock anhalte und sich die steigenden Inflationserwartungen zu verfestigen beginnen.“

Zinsentscheidung der Federal Reserve 

Ein weiterer wichtiger Katalysator für das Paar ist die bevorstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve am kommenden Mittwoch.

Diese Entscheidung folgt auf gemischte US-Wirtschaftsdaten. Ein Bericht zeigte, dass sich der Arbeitsmarkt im Februar verschlechterte, da die Wirtschaft über 92.000 Stellen verlor und die Arbeitslosenquote auf 4,4% stieg.

Ein weiterer in dieser Woche veröffentlichter Bericht zeigte, dass die Gesamt- und Kernrate des Verbraucherpreisindex (CPI) im Februar um 2,4% bzw. 2,5% stiegen. Positiv zu vermerken ist, dass die Kerninflation im Monatsvergleich sank.

Analysten erwarten jedoch nun, dass die Inflation als Folge steigender Energiepreise wieder anzieht. Ein führender Analyst geht davon aus, dass die Inflation auf über 3,4% steigen könnte, falls sie weiter ansteigt.

Die Federal Reserve steckt nun in einem Dilemma. Eine Zinssenkung würde die Inflation durch eine Stimulierung der Konsumausgaben anheizen. Andererseits würde eine Zinserhöhung die Wirtschaft tief in die roten Zahlen treiben.

EUR/USD Technische Analyse

Chart des EURUSD-Paares | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass das EUR/USD-Paar in einen steilen Absturz geraten ist, da Investoren in den US-Dollar flüchteten. Es fiel von einem Hoch von 1,2080 im Januar auf aktuell 1,1483. 

Das Paar fiel unter die aufsteigende Trendlinie, die die Tiefs seit Juli des Vorjahres verbindet. Es steht kurz davor, ein Todeskreuz auszubilden, da sich die Differenz zwischen dem 50-Tage- und dem 200-Tage-gewichteten gleitenden Durchschnitt (WMA) verringert.

Der Average Directional Index (ADX) ist auf 33 gestiegen, ein Zeichen dafür, dass sich der Abwärtstrend beschleunigt. Daher wird das Paar voraussichtlich weiter fallen, da Verkäufer das Schlüsselunterstützungsniveau bei 1,1390 anvisieren, dem Tiefstand im Juli des Vorjahres. 

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