
Elon Musk stellte am Mittwoch ein neues KI‑Projekt vor, das gemeinsam von Tesla und dem Startup xAI entwickelt wurde und nach seinen Angaben die Funktionen von Softwareunternehmen emulieren könne.
In einem Beitrag auf der Social‑Media‑Plattform X beschrieb Musk das Projekt als „Macrohard“ oder „Digital Optimus“ – ein System, das xAIs Grok, ein großes Sprachmodell, mit einem von Tesla entwickelten KI‑Agenten verbindet, der Computeroberflächen beobachten und damit interagieren kann.
Das System soll Grok, das als übergeordneter „Navigator“ fungiert, mit einem KI‑Agenten koppeln, der in Echtzeit Bildschirmvideos sowie Tastatur‑ und Maussignale verarbeitet, um Softwareaufgaben autonom auszuführen.
„Grundsätzlich ist es in der Lage, die Funktion ganzer Unternehmen zu emulieren. Deshalb heißt das Programm MACROHARD, eine witzige Anspielung auf Microsoft“, schrieb Musk.
Musk hatte zuvor argumentiert, dass Softwaregiganten wie Microsoft, die sich in erster Linie auf Software statt Hardware konzentrieren, theoretisch vollständig von KI‑Systemen simuliert werden könnten.
Vorstoß in agentische KI sorgt für Besorgnis in der Softwarebranche
Die Vorstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem agentische KI‑Systeme, die Computeraufgaben autonom ausführen können, in der Technologiebranche immer mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Die Einführung von Anthropics Claude Cowork, einem KI‑Agenten, der eine breite Palette digitaler Aufgaben ausführen soll, hat Softwareinvestoren bereits verunsichert, die befürchten, dass solche Werkzeuge traditionelle Geschäftsmodelle, die auf menschlicher Softwareentwicklung beruhen, stören könnten.
Musk sagte, das Macrohard‑System werde auf Teslas eigenem AI4‑Chip laufen, kombiniert mit Nvidia‑basierten Serverhardware, die von xAI genutzt wird, was er als kosteneffiziente Konfiguration beschrieb.
Unterlagen des US Patent and Trademark Office zeigen, dass xAI im August 2025 eine Markenanmeldung für „Macrohard“ eingereicht hat.
Musk hatte schon im vergangenen Jahr in einem Beitrag auf sozialen Medien auf die Initiative hingewiesen, sie als „ein rein KI‑Softwareunternehmen“ bezeichnet und hinzugefügt, dass der Name als scherzhafte Anspielung auf Microsoft gemeint sei.
Ausbau der Ambitionen in Musks Unternehmen
Die Ankündigung unterstreicht die zunehmende Integration innerhalb von Musks expandierendem Technologieimperium.
Tesla stimmte im Januar zu, rund $2 Milliarden zu investieren, um Anteile an xAI zu erwerben, während die Unternehmen ihre Zusammenarbeit an KI‑Systemen vertiefen.
Letzten Monat übernahm SpaceX xAI in einem reinen Aktientausch, der den Raketenkonzern mit $1 Billion und xAI mit $250 Milliarden bewertete, ein Schritt, der vor einem möglichen Börsengang von SpaceX später in diesem Jahr erfolgte.
Musk sagte, ein Beweggrund für die Fusion sei die Entwicklung orbitaler Rechenzentren, die seiner Ansicht nach eine wichtige Rolle im künftigen KI‑Infrastruktursystem spielen könnten.
Analysten sagen, Tesla habe sich zunehmend als ein „Physical AI“‑Unternehmen und nicht als konventioneller Autohersteller neu positioniert, während SpaceX seine Ambitionen über Raketen und Satelliten hinaus auf KI‑Infrastruktur ausweitet.
Steigender Strombedarf rückt Energie in den Fokus
Die rasche Ausweitung von KI‑Technologien lenkt zudem die Aufmerksamkeit auf ihren steigenden Energiebedarf.
Am Dienstag kündigten Tesla und Alphabet zusammen mit Unternehmen wie Carrier Global die Gründung einer Lobbygruppe namens Utilize an, die sich zum Ziel gesetzt hat, den wachsenden Strombedarf und steigende Energiekosten anzugehen.
Die Strompreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen – um 44% seit Beginn der Pandemie und um 16% seit dem Start von ChatGPT Ende 2022.
Stromhungrige KI‑Rechenzentren haben das Wachstum der Stromnachfrage auf ein seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenes Niveau getrieben; die durchschnittliche Stromrechnung eines amerikanischen Haushalts ist in den letzten fünf Jahren um mehr als $500 gestiegen.
„Mit wachsendem Bedarf muss die Priorität darauf liegen, die neue Last zu bedienen, ohne die Kosten für bestehende Kundinnen und Kunden in die Höhe zu treiben“, sagte Ellen Zuckerman, Leiterin der Entwicklung des Energiemarkts für Nord‑ und Südamerika bei Google, in einer Erklärung.
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