
Nebius Group (NASDAQ: NBIS) kletterte am Mittwoch um fast 15%, nachdem das KI-Infrastrukturunternehmen ein massives $2 Milliarden Folgeinvestment von Nvidia erhalten hatte.
Die Vereinbarung beschleunigt offenbar NBIS’ Ziel, zur führenden europäischen „KI‑Fabrik“ zu werden, doch ein genauerer Blick offenbart einen kreisförmigen Kapitalfluss, der die Bewertung des Unternehmens aufblähen könnte.
Ein kreisförmiger Deal oder Round‑Tripping liegt vor, wenn ein Hardware-Anbieter Kapital in einen Kunden investiert, der dieses Kapital dann unmittelbar nutzt, um die Hardware desselben Anbieters zu kaufen.
Darum könnte eine solche Transaktion mit NVDA für die Nebius-Aktie weniger bullisch sein, als der Markt annimmt.
Abhängigkeitsrisiko könnte der Nebius-Aktie schaden
Während der frühzeitige Zugang zu Nvidias fortschrittlicher Rubin‑Plattform und den Vera‑CPUs im Rahmen des $2‑Milliarden‑Abkommens als Wettbewerbsvorteil vermarktet wird, verwandelt er NBIS‑Aktien faktisch in eine Monokultur.
Die angekündigte Investition „bindet“ Nebius de facto an eine einzige Hardware‑Roadmap für das nächste Jahrzehnt.
In der schnell wachsenden Halbleiterwelt schränkt diese „Alles‑auf‑eine Karte“-Wette die Agilität des Unternehmens ein.
Sollte ein energieeffizienteres oder kostengünstigeres Architekturkonzept von Konkurrenten wie AMD oder spezialisierte Siliziumlösungen von Hyperscalern auftauchen, wird es für Nebius nahezu unmöglich, schnell umzusteuern.
Für ein Unternehmen, das bereits mit einem recht hoch bewerteten Umsatz‑Multiple von 45x gehandelt wird, führt dieser Mangel an Hardware‑Optionen ein Schlüsselpartner‑Risiko ein, das der Markt offenbar derzeit unterschätzt.
Capex bleibt eine Belastung für NBIS-Aktien
Der Nvidia‑Deal ist nicht nur eine Kapitalspritze – er ist eine Verpflichtung zu einem enormen Infrastrukturaufbau, wobei Nebius bis zum Ende dieses Jahrzehnts eine massive Kapazität von 5 Gigawatt anstrebt.
Dieses Ausmaß an Ambition erfordert außergewöhnliche, langfristige Investitionsausgaben, die NBIS über Jahre hinweg in den roten Zahlen halten könnten.
Selbst mit Nvidias Milliarden drohen die enormen Kosten für Aufbau und Betrieb dieser KI‑Fabriken die Margen zu kannibalisieren.
Für ein noch nicht profitables Unternehmen ist der Weg zum freien Cashflow nun mit hohen Kosten für spezialisierte Grundstücke und Kühltechnik gepflastert.
Anleger, die Nebius‑Aktien auf diesen Niveaus kaufen, setzen auf eine perfekte Umsetzung eines Modells mit hoher Burn‑Rate und gewähren nur wenig Fehlertoleranz, falls die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität auch nur auf ein kleines Hindernis stößt.
Nvidia‑Deal ist möglicherweise keine Bestätigung der Nebius‑Technologie
Schließlich werden die Stimmen der Skeptiker lauter, die argumentieren, dass diese Investition weniger eine Marktbewertung von NBIS‘ proprietärer Software darstellt als vielmehr eine strategische „Subvention“ von Nvidia.
Indem NVDA „Neocloud“-Anbieter finanziert, sichert sich das Unternehmen einen garantierten Absatzmarkt für seine Chips außerhalb der „Big Three“ (AWS, Google und Azure), die alle daran arbeiten, eigene interne Siliziumlösungen zu entwickeln, um die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren.
Diese Zirkularität – Nvidia stellt Kapital bereit, das Nebius dann verwendet, um genau diese Chips zu kaufen – erzeugt eine synthetische Nachfragenschleife, die echtes organisches Marktinteresse überdeckt.
Bei einem 45‑fachen Multiple zahlen Anleger eine Prämie für das, was im Kern ein Hardware‑Reseller‑Modell sein könnte, das als wachstumsstarke Cloud‑Plattform getarnt ist – womit NBIS‑Aktien für disziplinierte Anleger auf dem aktuellen Niveau ein riskantes Investment darstellen.
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