Der Goldpreis befindet sich zu Beginn der neuen Woche weiter in einer Konsolidierungsphase, da ein erhöhtes Inflationsrisiko die Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed dämpft und den US-Dollar stärkt. Nichtsdestotrotz stützen die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten das Edelmetall weiterhin. In dieser Woche werden Anleger zudem die US‑CPI‑ und PCE‑Daten beobachten, um weitere Hinweise auf die geldpolitische Perspektive der Fed zu erhalten.

Goldpreis unterbricht Aufwärtsserie, da Inflationsrisiko steigt

Die historische Goldhausse des vergangenen und des laufenden Jahres wurde unter anderem von Erwartungen an eine zinslockernde Federal Reserve angetrieben. Allerdings trüben der anhaltende US‑Iran‑Konflikt und die daraus resultierenden Inflationssorgen die Hoffnungen der Anleger auf Zinssenkungen. 

Vor dem Hintergrund der Schifffahrtsstörungen in der wichtigen Straße von Hormus sind die Rohölpreise in den dreistelligen Bereich gestiegen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurde der weltweite Referenzwert Brent bei $103 gehandelt, nachdem er sich vom zuvor in der Sitzung erreichten Vierjahreshoch von $119 wieder etwas abgekühlt hatte. 

Angesichts der daraus resultierenden Inflationssorgen sind weitere Zinssenkungen durch die Fed nicht sicher. Tatsächlich erwarten Anleger, dass die US-Notenbank die Zinsen bei der bevorstehenden FOMC-Sitzung am 18. März unverändert lässt. Zudem wird zunehmend darauf gesetzt, dass die Fed im Juni auf Zinssenkungen verzichten wird. Der Goldpreis profitiert in der Regel von einem Umfeld niedrigerer Zinsen und hat sich dementsprechend neu bewertet. 

Die Hardliner haben jedoch an ihren optimistischen Positionen festgehalten, da der US‑Iran‑Konflikt in die zweite Woche geht. Beide Seiten verhielten sich hart, nachdem Iran die USA beschuldigt hat, seine Ölanlagen übernehmen zu wollen. 

In den folgenden Sitzungen werden Marktteilnehmer im Goldmarkt zudem die US‑CPI‑ und PCE‑Zahlen beobachten, um weitere Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung der Fed zu erhalten. Die entscheidenden Inflationsdaten erscheinen nach dem verzeichneten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Aktuelle Daten zeigten, dass die US‑Wirtschaft im Februar überraschend 92,000 Arbeitsplätze verloren hat, wobei der Gesundheitssektor am stärksten betroffen war. 

Goldpreis: technische Analyse

Goldpreis

Goldpreis-Chart | Quelle: TradingView

Der Wochenverlust des Goldpreises in der gerade abgeschlossenen Woche hat die vierwöchige Gewinnserie beendet, obwohl der anhaltende US‑Iran‑Konflikt dem Edelmetall weiterhin Halt gibt. Das Edelmetall begann die neue Woche in Fortsetzung der seit Mitte letzter Woche beobachteten Konsolidierung. 

Trotz des Rückgangs bleibt es stabil über der psychologisch wichtigen Zone von $5,000, die seit über zwei Wochen kontinuierliche Unterstützung bietet. Zum Zeitpunkt der Niederschrift lag der Goldpreis bei $5,098; ein Rückgang um 1.4%. 

Ein Blick auf das Tageschart zeigt, dass das Edelmetall an einem entscheidenden Wendepunkt steht. Am Montag fiel es kurzzeitig unter den kurzfristigen 25‑Tage‑EMA, erholte sich dann jedoch wieder darüber. Gleichzeitig liegt es weiterhin über dem mittelfristigen 50‑Tage‑MA. Zudem deutet der aktuelle RSI von 52 auf Seitwärtsbewegung hin, da der Markt sowohl die Fundamentaldaten als auch die technischen Indikatoren beobachtet.

Kurzfristig ist die Spanne zwischen dem 25‑Tage‑EMA bei $5,062 und dem Widerstand bei $5,200 zu beobachten. Gelingt es den Bullen, die Kontrolle zurückzugewinnen, ist ein Ausbruch wahrscheinlich, mit dem nächsten Ziel bei $5,369. Umgekehrt würde ein Rückfall unter die wichtige Unterstützung bei $5,000 den Verkäufern die Chance geben, den 50‑Tage‑EMA bei $4,888 erneut zu testen. 

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