Die Rallye des Schwab US Dividend Equity ETF (SCHD) ist in diesem Monat angesichts des anhaltenden Rücksetzers am Aktienmarkt und der andauernden geopolitischen Krise im Nahen Osten ins Stocken geraten.

Der SCHD‑Kurs fiel auf $30, damit etwa 3 % unter dem Jahreshoch von $32.

SCHD-ETF reagiert auf den andauernden Krieg im Iran 

Der erste wesentliche Katalysator für den SCHD‑ETF ist der andauernde Krieg im Iran und seine Folgen in der Region.

Dieser Krieg hat die globalen Aktienmärkte belastet: Der Hang Seng und der Nifty 50 sind jeweils um mehr als 2 % bzw. 7 % gefallen.

Er hat auch die Rohölpreise nach oben getrieben: Brent und West Texas Intermediate (WTI) durchbrachen die wichtige Widerstandsmarke bei $100.

Die Preise für Erdgas sind in diesem Jahr ebenfalls zweistellig gestiegen.

Positiv ist, dass sich der SCHD‑ETF aus Unternehmen zusammensetzt, die voraussichtlich vom andauernden Krieg profitieren werden.

Beispielsweise wird Lockheed Martin, der größte Titel im Fonds, vom andauernden Krieg profitieren, da Länder, einschließlich der Vereinigten Staaten, ihre Verteidigungsausgaben erhöhen. 

Wahrscheinlich werden weitere Aufträge aus Ländern im Nahen Osten folgen, die die Verwundbarkeit ihrer Systeme erkannt haben. 

ConocoPhillips und Chevron, weitere große Namen im Fonds, dürften ebenfalls vom Anstieg der Rohöl‑ und Erdgaspreise profitieren.

Energieunternehmen machen etwa 20 % des Fonds aus.

Andere große Namen im Fonds wie Verizon, Bristol Myers Squibb, Altria, Coca‑Cola, PepsiCo und Texas Instruments werden vom andauernden Krieg nicht wesentlich betroffen sein. Konsumgüter‑ und Gesundheitsunternehmen stellen 18,50 % bzw. 16,20 % des Fonds.

Der SCHD‑ETF profitiert zudem von der Rotation von Growth‑ zu Value‑Titeln, da Investoren das KI‑Boom hinterfragen. Tatsächlich sind einige der führenden KI‑Unternehmen in den vergangenen Monaten eingebrochen. 

NVIDIA, der weltweit größte Akteur, ist in eine technische Korrektur geraten, nachdem die Aktie gegenüber dem Höchststand des Vorjahres um 16 % gefallen ist.

Ähnlich ist Palantir, ein weiteres führendes KI‑Unternehmen, in einen Bärenmarkt gefallen und liegt mehr als 20 % unter seinem Allzeithoch.

Weitere große Akteure der KI‑Branche wie Adobe, ServiceNow und Amazon sind ebenfalls eingebrochen.

Der SCHD‑ETF ist außerdem deutlich unterbewertet: Daten zeigen, dass das Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (KGV) bei 18,6 liegt, deutlich unter den 23 des S&P‑500‑Index.

Das Kurs‑zu‑freiem‑Cashflow‑Verhältnis von 10 liegt unter dem anderer Fonds.

Weitere potenzielle Katalysatoren für den Fonds sind die anstehenden US‑Verbraucherpreis‑ und PCE‑Daten (Personal Consumption Expenditures), die diese Woche am Mittwoch bzw. Freitag veröffentlicht werden.

Technische Analyse des SCHD‑ETF‑Kurses 

SCHD-Kursdiagramm | Quelle: TradingView 

Der Tageschart zeigt, dass der SCHD‑ETF‑Kurs vom Jahreshoch von $32 auf aktuell $30 zurückgegangen ist.

Positiv ist, dass der Fonds über den 50‑ und 100‑Tage‑exponentiell gleitenden Durchschnitten (EMA) geblieben ist. 

Außerdem hat sich eine Bull‑Flag‑Formation gebildet, bestehend aus einer senkrechten Bewegung und einem Kanal, der an eine gehisste Flagge erinnert.

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass der Fonds weiter steigt, wobei das erste Ziel das Allzeithoch bei $31.95 ist.

Ein Ausbruch über dieses Niveau würde auf weitere Gewinne hindeuten, möglicherweise bis zur psychologischen Marke bei $35.

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