
Der EasyJet-Aktienkurs setzte diese Woche seinen starken Abwärtstrend fort und erreichte den niedrigsten Stand seit April des Vorjahres, da das Unternehmen von höheren Treibstoffpreisen und Betriebsstörungen im Zuge des andauernden Kriegs im Iran gleichzeitig belastet wird.
EZJ fiel auf ein Tief von 412p und spiegelte damit die Entwicklung anderer Fluggesellschaften wie IAG und Lufthansa wider. Damit liegt der Kurs weiterhin 25 % unter dem Höchststand des Vorjahres.
EasyJet-Aktienkurs fällt angesichts steigender Risiken
EasyJet, eine große Billigfluggesellschaft, gerät angesichts des Kriegs im Nahen Osten unter Druck, da sich neue Risiken abzeichnen. Das wichtigste Risiko sind die Treibstoffpreise, die voraussichtlich weiter steigen werden, solange der Krieg anhält.
Der Brent-Rohölpreis stieg erstmals seit Monaten auf 85 US-Dollar, während West Texas Intermediate (WTI) auf 77 US-Dollar kletterte. Höhere Ölpreise führen in der Regel zu höheren Kerosinpreisen, was die Profitabilität der Airlines belastet.
Während Fluggesellschaften diese Schocks teilweise mit Terminkontrakten abfedern, wirkt sich ein plötzlicher Preissprung oft direkt aus. Verschärfend kommt hinzu, dass Analysten warnen, die Ölpreise könnten in absehbarer Zeit weiter steigen, möglicherweise auf 100 US-Dollar und mehr.
EasyJet sieht sich zudem einem Nachfragerisiko durch die anhaltenden Kriegsereignisse gegenüber. Für das Unternehmen ist es jedoch positiv, dass die meisten Strecken in Europa liegen, einem Kontinent, der nicht direkt vom Krieg betroffen ist. Einziger Gegenwind trat bei Verbindungen nach Zypern auf, wo Flüge wegen potenzieller Drohnenangriffe vorübergehend ausgesetzt wurden.
Zusätzlich steht das Unternehmen vor Kostenherausforderungen, da die Inflation in einigen europäischen Ländern erhöht bleibt. Im vergangenen Jahr führte es seine Schwäche auf Probleme bei der Flugsicherung und eine schwache Wintersaison zurück, was zu verfehlten Schätzungen führte.
Die jüngsten Jahreszahlen zeigten, dass das EBIT um 18 % auf £703 millionen stieg. Das Ergebnis vor Steuern kletterte auf £665 millionen, wobei das Airline- und Feriengeschäft gut lief.
EasyJet veröffentlichte im Januar seine Trading-Statement für das erste Quartal. Dieser Bericht zeigte, dass ein ausgewiesener Verlust vor Steuern in Höhe von £93 millionen anfiel, mehr als die £61 millionen des Vorjahres. Den Verlust führte das Unternehmen auf seine strategischen Investitionen in Milan Linate und Rome Fiumicino zurück.
Positiv sehen einige Analysten in der günstigen EasyJet-Aktie ein Bewertungsplus. So bekräftigte RBC seine positive Einschätzung und legte ein Kursziel von 590p fest. Citigroup nennt 490p, während UBS sogar 800p sieht.
Ein möglicher Katalysator für den EZJ-Kurs wäre das Ende des Kriegs im Nahen Osten. Idealerweise würden Aktien, die während des Konflikts eingebrochen sind, wieder ansteigen, wenn Investoren die Schwäche zum Zukauf nutzen.
Technische Analyse des EasyJet-Aktienkurses

EZJ-Aktienchart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass der EasyJet-Kurs in den vergangenen Monaten stark gefallen ist. Der Rückgang verschärfte sich am Montag, als ein Abwärts-Gap entstand, nachdem der Markt auf den anhaltenden Krieg reagierte.
Er ist inzwischen unter die wichtige Unterstützungsmarke bei 432p gefallen, dem niedrigsten Stand seit September des Vorjahres. Positiv ist, dass die Aktie überverkauft wirkt: Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt im überverkauften Bereich bei 30. Zudem gibt es Anzeichen für die Ausbildung eines Doji-Kerzenmusters, das einem + ähnelt.
Diese technischen Signale deuten darauf hin, dass die Aktie kurzfristig wieder ansteigen dürfte. Sollte dies eintreten, wäre das erste Ziel die psychologische Marke bei 450p.
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