
Die Zuflüsse in Stablecoins erholten sich letzte Woche deutlich, da die Aktivität in Blockchain-Netzwerken zunahm, während zugleich die Debatten in Washington darüber, wie diese digitalen Token reguliert werden sollten, an Intensität gewannen.
Ein neuer Bericht von Messari zeigte, dass Kapital zu dollargebundenen Kryptowährungen zurückkehrte, nachdem es Anfang des Jahres eine Phase von Nettoabflüssen gegeben hatte.
Die wöchentlichen Nettozuflüsse in Stablecoins stiegen auf $1.7 billion und signalisierten eine Erholung der Nachfrage nach diesen Vermögenswerten.
Die Erholung fiel außerdem mit steigenden Transaktionsvolumina und wachsender Beteiligung von Privatanlegern zusammen.
Gleichzeitig bleiben Politikgestalter und Bankenverbände uneins darüber, ob Stablecoin-Emittenten Renditen anbieten dürfen, ein Streit, der den Fortschritt bei Krypto-Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten gebremst hat.
Starke Stablecoin‑Zuflüsse bei zunehmender Aktivität
Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht von Messari zeigte, dass die wöchentlichen Nettozuflüsse in Stablecoins auf $1.7 billion kletterten, ein Anstieg von 414.5% gegenüber der Vorwoche.
Stablecoin-Zuflüsse erfassen die Nettoanzahl an Token, die in den Umlauf gelangen, nachdem Rücknahmen berücksichtigt wurden.
Die Kennzahl zeigt, wie viel neues Kapital über dollar-gestützte Token in das Krypto-Ökosystem fließt.
Die Erholung brachte auch den 30 day average wieder in den positiven Bereich.
In den vergangenen 30 Tagen betrugen die täglichen Zuflüsse im Durchschnitt $162.5 million.
Die Nutzung der Blockchain stieg parallel zu den Zuflüssen.
Die Transaktionsvolumina stiegen in der Woche um 6.3%, was auf eine stärkere Onchain-Aktivität in den Stablecoin-Netzwerken hindeutet.
Die durchschnittliche Transaktionsgröße ging weiter zurück. Messari erklärte, der Trend deute eher auf zunehmende Beteiligung von Privatanlegern als auf große institutionelle Transfers hin.
Der Anstieg folgt auf eine schwächere Periode zu Jahresbeginn.
Vor zwei Wochen verzeichnete Messari wöchentliche Zuflüsse von $249 million.
Über die 30 Tage bis zum Feb. 18 verzeichnete der Markt Nettoabflüsse in Höhe von $4.4 billion.
Debatte um Renditen bremst Krypto-Gesetzgebung
Die wiederbelebte Nachfrage nach Stablecoins fällt in eine Phase, in der die Debatte in Washington über zinsbringende Stablecoins an Intensität zunimmt.
Bankenverbände haben gewarnt, dass die Erlaubnis für Stablecoin-Emittenten, Renditen zu zahlen, eine Schlupfloch schaffen könnte, das Einlagen von traditionellen Banken abzieht.
Vertreter der Branche haben die Gesetzgeber aufgefordert, die Praxis einzuschränken, während sie über ein umfassenderes Gesetz zur Struktur des Kryptomarkts verhandeln.
Der Banking Committee des Senats hatte ursprünglich eine Sitzung zur Überarbeitung des Gesetzentwurfs für Mitte January angesetzt.
Streitigkeiten über Regelungen zu Stablecoin-Renditen führten jedoch dazu, dass die Sitzung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.
Trump kritisiert Banken wegen Stablecoin-Gesetzentwurfs
Die Debatte eskalierte am Dienstag, als US-Präsident Donald Trump die Banken kritisierte, weil sie die Gesetzgebung verzögerten.
In einem Beitrag auf der Plattform Truth Social sagte Trump, die Banken bedrohten den Fortschritt des Senatsentwurfs.
Der diskutierte Vorschlag ist der GENIUS Act, der einen bundesweiten regulatorischen Rahmen für Stablecoin-Emittenten schaffen soll.
Nach dem Gesetzentwurf wäre es Emittenten untersagt, allein fürs Halten eines Zahlungs-Stablecoins Zinsen oder Renditen zu zahlen.
Plattformen von Drittanbietern könnten jedoch weiterhin Prämienprogramme anbieten, die an Stablecoin-Guthaben gekoppelt sind.
Breitere Krypto-Regulierung weiterhin in der Debatte
Die Diskussionen über Stablecoins laufen parallel zu breiteren Bemühungen, zu klären, wie digitale Vermögenswerte in den USA reguliert werden sollen.
Ein wichtiger Vorschlag ist der Digital Asset Market Structure Clarity Act, bekannt als der CLARITY Act.
Die Gesetzgebung zielt darauf ab, einen Rahmen für die Regulierung digitaler Vermögenswerte zu schaffen und die Aufsichtsverantwortlichkeiten zwischen den Regulierungsbehörden zu klären.
Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete den CLARITY Act am July 17, 2025. Die Maßnahme wird weiterhin im Senat debattiert.
The post Stablecoin-Zuflüsse erholen sich, während US-Gesetzgeber über Renditeregeln streiten appeared first on Invezz