
Der Nikkei-225-Index erlitt diese Woche eine heftige Kehrtwende und verzeichnete die schlechteste Performance seit Monaten. Er gab um über 4.6 % nach und spiegelte damit die Entwicklung anderer asiatischer Aktienindizes wider, während der Krieg im Nahen Osten andauerte. Ist das das Ende des starken Bullenlaufs oder eine ideale Kaufgelegenheit?
Warum der Nikkei-225-Index eingebrochen ist
Der Nikkei-225-Index brach ein, als der Krieg im Nahen Osten andauerte, bei dem Tausende Menschen getötet und Sachwerte im Wert von Milliarden Dollar zerstört wurden.
Dieser Krieg wird erhebliche Auswirkungen auf Japan haben, ein Land ohne nennenswerte natürliche Ressourcen. Es importiert den Großteil seines Öls aus Ländern des Nahen Ostens wie Saudi-Arabien und Katar.
Die Rohölpreise haben sich diese Woche stabilisiert, wobei Brent auf $84 kletterte und der West Texas Intermediate (WTI) auf $78 sprang. Diese Benchmarks notierten noch Anfang des Jahres unter $60.
Daher besteht das Risiko, dass viele japanische Unternehmen mehr Geld für Energie und Konsumausgaben aufwenden müssen. Zudem drohen potenzielle Störungen in den Lieferketten, die die meisten Hersteller im Land beeinträchtigen werden.
Vor allem führen höhere Rohöl- und Erdgaspreise zu starkem Inflationsdruck im Land, was die Bank of Japan zu weiteren Zinserhöhungen zwingen könnte. Sie hat in diesem Jahr bereits eine Zinserhöhung vorgenommen und damit den Leitzins auf den höchsten Stand seit über 30 Jahren angehoben.
Die gestiegene Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen erklärt, warum die Renditen japanischer Staatsanleihen in diesem Jahr weiter gestiegen sind. Daten zeigen, dass die zehnjährige Rendite diese Woche von einem Februartief von 2.04 % auf 2.15 % kletterte.
Unterdessen werden Analysten gegenüber asiatischen Aktien vorsichtiger. In einer Notiz vom Donnerstag nahmen Analysten bei Morgan Stanley eine zurückhaltendere Haltung gegenüber asiatischen Aktien ein und wiesen auf die Abhängigkeit von der Straße von Hormus hin. Der Bericht lautete:
„Asien bleibt in kritischem Maße abhängig von Lieferungen aus dem Nahen Osten von Rohöl, Raffinerieprodukten und LNG, und wir glauben, dass der Markt die Risiken für Lieferketten zu sehr verharmlost.“
Die meisten Unternehmen im Nikkei-225-Index standen diese Woche im Minus. Kyowa Kirin, ein führendes japanisches Pharmaunternehmen, war der größte Verlierer und brach um 20 % ein. Dieser Rückgang erfolgte, nachdem das Unternehmen sein Ekzem-Medikament aufgrund von Sicherheitsbedenken eingestellt hatte.
Sumitomo Pharma war das zweitschlechteste Unternehmen im Nikkei-225-Index und fiel diese Woche um 18 %. Dieser Rückgang erfolgte trotz der Zulassung für sein Parkinson-Medikament.
Weitere Top-Verlierer im Index diese Woche waren Unternehmen wie Hitachi Construction, Yokohama Rubber, Japan Airlines, Casio Computer, Mazda und Nomura Holdings.
Technische Analyse des Nikkei-225-Index

Das Wochenchart zeigt, dass der Nikkei-225-Index diese Woche deutlich nachgab. Er fiel von einem Hoch von ¥59,286 auf derzeit ¥55,485.
Positiv ist, dass der Index weiterhin deutlich über allen gleitenden Durchschnitten liegt, ein Zeichen dafür, dass die Bullen die Kontrolle behalten.
Zudem hat sich eine bullische Flaggenformation gebildet, die aus einem Kerzenkörper und einem langen unteren Schatten besteht. Daher dürfte der Index in den kommenden Wochen weiter ansteigen. Sollte dies eintreten, würde der Index eine Gegenbewegung zeigen und möglicherweise das Jahreshoch von ¥59,286 erneut testen.
Diese Erholung dürfte einsetzen, sobald Anzeichen für ein Ende des Krieges sichtbar werden. Ein Ausbruch über das Jahreshoch würde auf weitere Gewinne hindeuten, potenziell bis ¥60,000.
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