Der DAX-Index bildete diese Woche eine ausgeprägte Abwärtslücke, nachdem der Krieg im Iran die europäischen Gaspreise stark nach oben trieb. Am Montag fiel er bis auf €23,637, den niedrigsten Stand seit Dezember letzten Jahres. Seit seinem diesjährigen Höchststand ist er damit um mehr als 7.4% gefallen, da sich der Fokus auf die bevorstehenden Quartalszahlen einiger Top-Unternehmen verlagerte.

Deutsche Aktien gaben im Zuge des anhaltenden Kriegs im Iran nach

Deutschland und andere europäische Länder gehören zu den am stärksten betroffenen Staaten im anhaltenden Krieg im Iran, vor allem wegen der Energiekosten.

Brent, das weltweite Referenzöl, stieg auf $84, den höchsten Stand seit Monaten und damit um zweistellige Werte über dem diesjährigen Tief.

Besonders auffällig stieg der Double Title Transfer Facility-Gasbenchmark in den vergangenen Tagen zweistellig an und erreichte ein Hoch von 50 EUR/MWh. 

Diese Werte bedeuten, dass die europäische Inflation, die unter das Ziel der Europäischen Zentralbank von 2.0% gefallen war, wieder ansteigen dürfte und somit die Möglichkeit höherer Zinsen in der Region erhöht.

Höhere Energiepreise werden einige der führenden deutschen Hersteller stark in ihrer Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen, zumal chinesische Marken wie BYD und Nio in der Region Marktanteile gewinnen.

Der DAX-Index gab zudem nach, als einige Top-Unternehmen ihre Zahlen vorlegten. Bayer, ein bedeutender Akteur in der Pharmaindustrie, veröffentlichte schwache Resultate, wobei sich die Nettoverluste ausweiteten. Die Aktie legte zu, nachdem das Unternehmen eine $7.25 billion Roundup-Vergleichszahlung erzielt hatte.

Deutsche Post, ein weiteres Top-Unternehmen, präsentierte ermutigende Ergebnisse und deutete an, dass das Geschäft trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfelds gut laufen werde. Zudem verstärkte das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm.

Mit Blick auf die Zukunft: Da die Berichtssaison sich dem Ende zuneigt, werden einige große Unternehmen nächste Woche ihre Zahlen veröffentlichen. Die Volkswagen Group, der größte Autohersteller des Landes, legt ihre Zahlen am Dienstag vor, BMW am Freitag. 

Rheinmetall, der größte Rüstungsauftragnehmer des Landes, veröffentlicht seine Zahlen am Mittwoch. Diese Ergebnisse dürften zeigen, dass Umsatz und Auftragsbestand im vierten Quartal weiter gewachsen sind, da die Regierungen ihre Ausgaben erhöhten.

Porsche, Henkel und Brenntag veröffentlichen ihre Zahlen am Mittwoch, RWE und Hannover Rueck am Donnerstag.

Porsche-Aktien stehen im Fokus, da das Unternehmen in Europa zu den größten Nachzüglern zählt – bedingt durch die Schwäche auf dem chinesischen und dem US-amerikanischen Markt.

DAX-Index: Technische Analyse 

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DAX-Index-Chart | Quelle: TradingView

Der Tageschart zeigt, dass der DAX-Index von einem Januar-Hoch von €25,490 auf aktuell €23,815 eingebrochen ist. Am Montag bildete sich beim Marktöffnen eine große Kurslücke.

Er fiel unter die wichtige Unterstützungsmarke bei €24,263, die Nackenlinie des Doppeltops bei €25,490. Zudem unterschritt der Index die 50-Tage-Linie.

Daher dürfte der Index voraussichtlich weiter fallen, da Verkäufer das nächste Schlüsselziel bei €22,927 anvisieren, dem Tief vom November des Vorjahres. 

Es besteht jedoch die Möglichkeit einer Gegenbewegung, falls sich Anzeichen für ein Kriegsende zeigen. 

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