
Warner Bros. Discovery meldete in seinem jüngsten Quartal geringere Einnahmen und einen größer als erwarteten Verlust, da der Druck auf das traditionelle Fernsehgeschäft das fortgesetzte Wachstum im Streaming überschatte.
Die Ergebnisse kommen, während die Mediengruppe weiterhin im Zentrum eines hochriskanten Übernahmewettbewerbs steht, an dem Netflix beteiligt ist und Paramount Skydance.
Das Unternehmen verzeichnete im vierten Quartal einen Nettoverlust von 252 Millionen US-Dollar (10 Cent je Aktie) gegenüber einem Verlust von 494 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Von FactSet befragte Analysten hatten einen geringeren Verlust von drei Cent je Aktie erwartet.
Der Umsatz fiel um 6 % auf 9,46 Milliarden US-Dollar und lag damit leicht über den Markterwartungen von 9,35 Milliarden US-Dollar.
Die Aktien veränderten sich nach den Zahlen kaum.
Streaming-Wachstum bietet etwas Entlastung
Streaming blieb im Quartal ein seltener Lichtblick.
Warner gewann 3,5 Millionen Abonnenten hinzu und erhöhte die weltweite Gesamtzahl auf 131,6 Millionen über seine Plattformen, darunter HBO Max und Discovery.
Die Zunahme der Abonnenten wurde durch starke Nutzung neuer Inhalte unterstützt, darunter die Serie Heated Rivalry und It: Welcome to Derry, was dazu beitrug, Schwächen in anderen Geschäftsbereichen auszugleichen.
Trotz des Abonnentenwachstums reichten die Streaming-Zuwächse nicht aus, um die Rückgänge im traditionellen Fernsehen von Warner auszugleichen.
Lineares Fernsehen belastet die Ergebnisse
Die Vertriebserlöse sanken um 3 % auf 4,79 Milliarden US-Dollar, während die Werbeerlöse um 7 % auf 1,7 Milliarden US-Dollar zurückgingen.
Das Unternehmen erklärte, beide Segmente würden durch anhaltende Abonnentenverluste im linearen Fernsehen belastet, die die schrittweisen Verbesserungen durch das Streaming mehr als ausglichen.
Die Erlöse aus Inhalten sanken um 9 % auf 2,66 Milliarden US-Dollar und spiegeln den Zeitpunkt der Inhaltsverlängerungen in den Studios und den globalen linearen Netzwerken wider.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) des Geschäfts mit linearen Netzen fiel im Jahresvergleich um 27 % auf 1,41 Milliarden US-Dollar und entsprach damit den Wall-Street-Prognosen.
Die anhaltende Erosion des Cashflows aus Kabelfernsehnetzen ist für Anleger, die die langfristige Bewertung von Warner einschätzen, ein zentrales Anliegen.
Übernahmegespräche werfen ihren Schatten voraus
Das Ergebnis-Update erscheint, während Warner weiterhin in Übernahmeverhandlungen steckt, die die US‑Medienlandschaft verändern könnten.
Netflix hat bereits zugestimmt, Warners Studios und den Streamingdienst HBO Max zu übernehmen, während Paramount Skydance ein konkurrierendes Angebot zur Übernahme des gesamten Unternehmens vorgelegt hat.
Warner sagte, sein Vorstand habe festgestellt, dass Paramounts überarbeitetes Gebot „vernünftigerweise zu“ einem überlegenen Angebot gegenüber dem bestehenden Abkommen mit Netflix führen könne.
Nach den Bedingungen dieses Abkommens hat Netflix ein vier Tage langes Fenster, um ein höheres Gebot anzugleichen.
Paramount hat argumentiert, dass sein Vorschlag den Aktionären größere Sicherheit biete, während es zugleich behauptet, dass traditionelle Kabelnetze nur wenig bis gar keinen Eigenkapitalwert darstellen.
Die Debatte hat die Aufmerksamkeit auf den künftigen Wert von Warners Discovery-Kabelvermögen gelenkt, das im Rahmen des Netflix-Angebots an die Investoren ausgegliedert würde.
Paramount-Chef David Ellison hat Warner als Beschleuniger zur Erreichung der Wachstumsambitionen des Unternehmens beschrieben, während von Netflix-Chef Ted Sarandos erwartet wird, dass er während der fortgesetzten Gespräche bei politischen Entscheidungsträgern Lobbyarbeit leisten wird.
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