
Coinbase-Chef Brian Armstrong hat gewarnt, dass vorgeschlagene Beschränkungen für Stablecoins im Vereinigten Königreich die Wettbewerbsfähigkeit des Landes als globales Finanzzentrum untergraben könnten, da die Debatten über die Regulierung digitaler Vermögenswerte in den großen Volkswirtschaften zunehmen.
Armstrongs Äußerungen erfolgen, während Entscheidungsträger in London, Washington und anderswo darüber abwägen, wie Stablecoins — Kryptowährungen, die den Wert von Fiatwährungen abbilden sollen — reguliert werden können und gleichzeitig finanzielle Stabilität und Innovation in Einklang gebracht werden sollen.
Gleichzeitig sieht sich die Börse in den Vereinigten Staaten regulatorischen Auseinandersetzungen gegenüber, die eine wichtige Einnahmequelle neu gestalten könnten.
Regeln im Vereinigten Königreich und Wettbewerbsbedenken
Armstrong kritisierte Entwürfe der Bank of England, die die Nutzung von Stablecoins einschränken und Emittenten Reserveanforderungen auferlegen würden.
„Stablecoin-Regeln im Vereinigten Königreich werden gerade finalisiert, und laufen Gefahr, das Vereinigte Königreich daran zu hindern, in der digitalen Wirtschaft global wettbewerbsfähig zu sein,“ schrieb Armstrong am Dienstag auf X. „Die aktuelle Ausrichtung der Regeln bewirkt das Gegenteil und wird als Innovationshemmer wirken.“
Die Vorschläge würden Einzelbestände auf $26,350 (£20,000) und Unternehmensbestände auf $12.7 million (£10 million) begrenzen, während 40% der Reserven auf zinslosen Konten bei Zentralbanken gehalten werden müssten. Britische Abgeordnete haben gewarnt, dass dieser Ansatz „Innovation abschrecken, die Akzeptanz einschränken und Aktivitäten ins Ausland verlagern könnte.“
Armstrongs Beitrag unterstützte eine Petition, die von Stand With Crypto UK organisiert wird, einer von Coinbase ins Leben gerufenen Lobbygruppe, die vor der Frist am 3. März mehr als 80,000 Unterschriften gesammelt hat.
Die Petition fordert die Regierung auf, einen innovationsfreundlichen regulatorischen Rahmen zu schaffen und einen Blockchain- und Krypto-Zar zu ernennen.
Nach den parlamentarischen Regeln können Petitionen, die mehr als 100,000 Unterschriften erreichen, zur Debatte gestellt werden.
Steven Wu, Chief Operating Officer von Clearpool, sagte in einem Decrypt-Bericht, die Debatte gehe über die finanziellen Interessen eines einzelnen Unternehmens hinaus und die eigentliche Frage sei, „ob die Regulierung sich darauf konzentriert, Risiken richtig zu managen, statt die Skalierung zu begrenzen.“
Stablecoins und die Einnahmen von Coinbase
Stablecoins sind zu einem wachsenden Finanztreiber für Coinbase geworden.
Das Unternehmen meldete $1.35 billion an Einnahmen aus Stablecoins im Jahr 2025, gegenüber $911 million im Vorjahr. Allein im vierten Quartal erzielten Stablecoins $364 million an Einnahmen in einer Periode, in der Coinbase einen Nettverlust von $667 million bei $1.78 billion Gesamtumsatz auswies.
Bloomberg Intelligence schätzt, dass die Einnahmen unter dem US GENIUS Act um das Zwei- bis Siebenfache steigen könnten. Dieses Gesetz schuf einen bundesweiten Rahmen für Stablecoins und erlaubt Unternehmen, Inhabern Zinsen auf Einlagen anzubieten.
Analysten sagen, dass strenge Begrenzungen der Bestände die institutionelle Teilnahme beeinträchtigen könnten.
Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, könnten Stablecoins „zur zentralen finanziellen Infrastruktur und nicht zu einem Nischen-Kryptoprodukt“ werden, und Obergrenzen könnten „die Fähigkeit des Vereinigten Königreichs einschränken, bedeutende Liquidität und institutionelle Teilnahme anzuziehen“, fügte Wu hinzu.
US-Regelungsstreit und politische Debatte
Die politische Diskussion erstreckt sich bis nach Washington, wo Gesetzgeber weitere Gesetze prüfen.
Bankengruppen haben sich dafür eingesetzt, ertragsbringende Stablecoins einzuschränken, da sie argumentieren, diese könnten Einlagen von traditionellen Banken abziehen.
Der vorgeschlagene CLARITY Act enthält Beschränkungen, die Börsen wie Coinbase betreffen und seine Einnahmenteilungsvereinbarung mit Circle, dem Emittenten des Stablecoins USDC, gefährden würden.
Armstrong zog seine Unterstützung für den Gesetzentwurf kurz vor einer Sitzung des Senate Banking Committee zurück, nannte den Entwurf „erheblich schlechter als der aktuelle Status quo“ und erklärte, er würde „lieber kein Gesetz als ein schlechtes Gesetz“ haben.
Trotz Meinungsverschiedenheiten führt die Regierung weiterhin Gespräche mit Branchenvertretern und Bankengruppen, um Richtlinien zu den Erträgen von Stablecoins zu klären.
Das Ergebnis könnte darüber entscheiden, ob Stablecoins ein spezialisiertes Kryptowerkzeug bleiben oder sich zu einem grundlegenden Bestandteil der globalen Finanzinfrastruktur entwickeln.
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