
Der US-Senat hat eine formelle Untersuchung gegen Binance eingeleitet, nachdem Berichte veröffentlicht wurden, dass die Börse nahezu $1.7 billion an Transaktionen verarbeitet habe, die mit sanktionierten iranischen Stellen und Russlands Schattenflotte von Öltankern in Verbindung stehen.
Dieser Schritt signalisiert eine erneute politische Überprüfung der weltweit größten Kryptowährungs-Handelsplattform und ihrer internen Compliance-Kontrollen.
US-Senator Richard Blumenthal, ranghöchstes Mitglied des Ständigen Unterausschusses des Senats für Untersuchungen, hat detaillierte Unterlagen von der Führung von Binance angefordert.
Die Untersuchung folgt Medienberichten und konzentriert sich darauf, wie das Unternehmen interne Warnungen, verdächtige Konten und mögliche Verstöße gegen Sanktionen behandelt hat.
Senatsuntersuchung eingeleitet
Blumenthal bestätigte, dass er einen Brief an den Binance-CEO Richard Teng gesendet hat und Dokumente im Zusammenhang mit den angeblichen Überweisungen verlangt.
Die Anfrage zielt darauf ab, Klarheit darüber zu erhalten, wie die Transaktionen zustande gekommen sind und wie das Unternehmen reagierte, sobald intern Bedenken geäußert wurden.
Der Senator fordert Unterlagen, die erklären sollen, warum Compliance-Mitarbeiter, die den Sachverhalt offenbar identifiziert hatten, später suspendiert oder entlassen wurden.
Der Brief hinterfragt zudem das übergeordnete Compliance-Rahmenwerk der Börse, insbesondere angesichts früherer regulatorischer Prüfungen.
Die Untersuchung bezieht sich auf Berichte der New York Times und des Wall Street Journal, die darlegten, wie interne Ermittler von Binance angeblich mehr als 1.500 Konten identifizierten, die aus dem Iran aufgerufen wurden.
Den Berichten zufolge wurden Gelder über Zwischenstellen wie Hexa Whale und Blessed Trust nachverfolgt.
Diese Überweisungen sollen mit Einheiten in Verbindung gestanden haben, die mit dem Islamic Revolutionary Guard Corps des Iran assoziiert sind, sowie mit Zahlungen an Personal auf russischen Schiffen, die als Teil einer Schattenflotte beschrieben werden, die zur Umgehung von Sanktionen operiert.
Binance hat die Vorwürfe zurückgewiesen, dass das Unternehmen gegen Mitglieder seiner internen Untersuchungen Vergeltungsmaßnahmen ergriffen habe.
Sanktions- und Compliance-Bedenken
Blumenthals Schreiben besagt, dass Binance seit langem über die Risiken informiert sei, dass seine Plattform genutzt werden könnte, um internationale Sanktionen, Anti-Geldwäsche-Kontrollen und andere Bankbeschränkungen zu umgehen.
Die Untersuchung wirft die Frage auf, ob Warnsignale ignoriert wurden und ob potenziell illegale Konten weiter betrieben werden durften.
Der Brief verweist außerdem auf eine Einigung von 2023 mit US-Behörden, die Binance dazu verpflichtete, seine Anti-Geldwäsche-Systeme zu stärken.
Die Senatsuntersuchung prüft, ob die Börse diese Verpflichtungen erfüllt hat und ob zusätzliche Durchsetzungsmaßnahmen erforderlich sein könnten.
Es wurden auch Fragen zur internen Compliance-Kultur des Unternehmens aufgeworfen.
Binance-Reaktion und Rückgang der Aktivitäten
Binance hat öffentlich bestritten, wissentlich die Umgehung von Sanktionen erleichtert zu haben.
Die Börse erklärte, dass markierte Konten aus dem System entfernt wurden und dass sie weiterhin mit den Aufsichtsbehörden kooperiere.
Das Unternehmen gab kürzlich an, dass es seine Exponierung gegenüber sanktionierten Einheiten deutlich reduziert hat. Laut Binance ging die mit solchen Einheiten verbundene Aktivität zwischen Anfang 2024 und Mitte 2025 um etwa 96% zurück.
Es wurde zudem erklärt, dass sanktionsbezogene Transaktionen jetzt nur noch einen kleinen Bruchteil des gesamten Handelsvolumens ausmachen.
Die Senatsuntersuchung wird nun interne Dokumente und Compliance-Unterlagen prüfen, um festzustellen, wie die berichteten Transaktionen zustande kamen und ob die Kontrollsysteme von Binance ausreichend waren.
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