
Banco Pleno wurde von der Zentralbank Brasiliens außergerichtlich liquidiert, was die Bereitschaft des Regulators demonstriert, einzugreifen, wenn ein Finanzunternehmen als nicht lebensfähig beurteilt wird.
Die Behörde verwies in einer Stellungnahme auf eine ‚gefährdete wirtschaftliche und finanzielle Lage‘, einen Rückgang der Liquidität, und Verstöße gegen die Vorschriften, die die Geschäftstätigkeit der Bank regeln, als Gründe für die Entscheidung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Obwohl Banco Pleno nur einen kleinen Anteil am brasilianischen Finanzsystem ausmacht, liefert der Fall Einblick in das Handeln von Aufsichtsbehörden, wenn Bedenken hinsichtlich finanzieller Stabilität und regulatorischer Compliance aufeinandertreffen.
Die Gründe der Zentralbank für das Handeln
Die Zentralbank von Brasilien nannte in ihrer Erklärung drei Hauptgründe: ein schwächeres finanzielles und wirtschaftliches Umfeld, schwindende Liquidität und Nichteinhaltung der Vorschriften.
Wenn man diese Faktoren als Ganzes betrachtet, überzeugten sie den Aufsichtsbehörden, dass die Bank nicht mehr tragfähig war.
Die Zentralbank von Brasilien kann eine Finanzinstitution durch außergerichtliche Abwicklung schließen, wodurch das Rechtssystem umgangen wird.
Um einen reibungslosen Abwicklungsprozess sicherzustellen, werden Verwalter ausgewählt, um die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Institution zu überwachen.
Das System soll langwierige Rechtsstreitigkeiten verhindern, während die Einleger geschützt und Risiken reduziert werden.
Minimale systemische Auswirkungen
Nach den eigenen Statistiken der Aufsichtsbehörde macht Banco Pleno nur 0,04 % der gesamten Vermögenswerte des Finanzsystems und 0,05 % seiner gesamten Finanzierung aus.
Infolgedessen ist sein gesamter Marktanteil gering und er gilt als Randakteur.
Aber in absoluten Zahlen ist seine Kundschaft wichtiger.
Die Bank hat über 160.000 Gläubiger mit Einlagen, die Anspruch auf Garantiezahlungen in Höhe von 4,9 Milliarden Reais (fast 938 Millionen USD) haben, laut dem privaten Einlagensicherungsfonds FGC (Fundo Garantidor de Créditos).
Während des Abwicklungsprozesses wird der Garantiefonds nun entscheidend bei der Entschädigung geschützter Einleger sein.
Hintergrund der Eigentümerschaft
Augusto Lima, früher Partner von Banco Master, leitete Banco Pleno, das von der Aufsichtsbehörde ebenfalls im November geschlossen wurde.
Nachdem Lima im letzten Jahr seine Beteiligung an Banco Master verkauft hatte, genehmigte die Zentralbank seinen Erwerb von Banco Pleno, das früher als Banco Voiter bekannt war.
Als Bundesbehörden im November mit der mutmaßlichen Veräußerung betrügerischer Kreditportfolios begannen, wurde Lima am selben Tag festgenommen, an dem Banco Master geschlossen wurde.
Die Untersuchung läuft noch, und er wurde später freigelassen.
Was es bedeutet
Wenn finanzieller Verfall und Verstöße gegen Vorschriften gleichzeitig auftreten, setzt die Zentralbank administrative Auflösungsmaßnahmen ein, wie die Liquidation von Banco Pleno zeigt.
Der Fall demonstriert den Umfang der Aufsichtsbefugnisse und den Betrieb des brasilianischen Einlagensicherungssystems, ungeachtet der geringen systemischen Relevanz der Bank.
Der Garantiefonds und die Rückzahlung berechtigter Beträge sind nun die Hauptanliegen der Einleger.
Der Fall unterstützt die vom Aufsichtsbehörde festgelegte Schwelle für den größeren Markt: Selbst für vergleichsweise kleine Institute kann Handeln erforderlich sein, wenn die Liquidität sich verschlechtert, Verstöße gegen Vorschriften fortbestehen und die Lebensfähigkeit gefährdet ist.
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