
Der Ibovespa stieg am Freitagmorgen, dem 19. Dezember, angetrieben durch Fortschritte bei Blue-Chip-Unternehmen und Hinweise auf ausländische Kapitalzuflüsse, trotz anhaltender Haushaltsbedenken.
Der brasilianische Benchmark-Aktienindex begann bei 157.928,31 Punkten ohne Veränderung, fiel kurzzeitig um 0,01 % auf 157.906,06 Punkte, bevor er an Fahrt gewann.
Bis 11 Uhr war der Index um 0,78 % auf 159.149,67 Punkte gestiegen. Investoren verfolgen laut dem lokalen Medienportal InfoMoney genau die Entscheidung zum brasilianischen Budget 2026.
Der Gewinn des Ibovespa ist zum Teil auf steigende Rohstoffpreise und starke Dynamik der meisten US-Aktienindizes zurückzuführen.
Der Tag fiel mit dem Ablauf der B3-Aktienoptionen und einem relativ kurzen lokalen und internationalen Wirtschaftskalender zusammen.
Dollarrückgang und Zinssätze beeinflussen Marktbewegungen
Der Zusammenbruch des US-Dollars und die Aussichten auf zukünftige Zinssätze beeinflussten ebenfalls die Bewegungen von Ibovespa. Die politische Lage in Brasilien blieb stabil und bot dem Markt zusätzliche Unterstützung.
In den Vereinigten Staaten erklärte der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, dass die Zinsen zwar letztlich voraussichtlich sinken werden, die Fed aber mit der Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung warten werde, bevor sie Maßnahmen ergreift.
Laut William Castro Alves, Chefstratege bei Avenue, sind die größten Gefahren für Märkte und die Weltwirtschaft im Jahr 2026 eine wahrscheinliche Zinserhöhung der Fed und eine Blase der künstlichen Intelligenz (KI).
“Niemand spricht über Zinserhöhungen im Jahr 2026, aber sollte es aus irgendeinem Grund einen Schock oder eine inflationäre Überraschung geben, die zu höheren Zinssätzen führt, wird sich die Erwartungen ändern”, sagte Alves gegenüber Reuters.
Er erwähnte außerdem, dass die Handlungen eines hypothetischen neuen Fed-Vorsitzenden die Marktdynamik beeinflussen könnten.
Marktvolatilität und Wahlunsicherheit
Nach zwei aufeinanderfolgenden Herbsttagen beendete der Bovespa-Index am Donnerstag einen höheren Kurs und stieg am Freitag weiter. Der Analyst Matheus Spiess von Empiricus Research stellte fest, dass Wahlrauschen die Volatilität des Index beeinflusst hat.
Nach einem Einbruch von etwa 4 % am 5. Dezember erholte sich der Markt, bevor er erneut fiel.
Spiess sagte voraus, dass diese Volatilität anhalten würde, auch wenn die Wahlen 2026 näher rückten, während die Märkte auf Klarheit bei den Kandidatennamen warten.
Die Haushaltsabstimmung 2026 und die fiskalischen Überlegungen
Die Märkte konzentrieren sich weiterhin auf Brasiliens Fiskalausblick, da der Gemeinsame Haushaltsausschuss (CMO) um 10 Uhr mit der Abstimmung über das Jahresbudgetgesetz (PLOA) für 2026 begann.
Der vorgeschlagene Haushalt legt die Ausgaben auf 6,543 Billionen R$ fest und zielt auf einen Überschuss von 34,5 Milliarden R$ ab, was etwas über dem fiskalischen Ziel von 34,3 Milliarden R$ liegt.
Wenn der Ausschuss angenommen wird, wird der Gesetzentwurf in die Plenarsitzung des Nationalkongresses weitergeleitet.
Finanzminister Fernando Haddad bezeichnete die Idee als “herausfordernd, aber glaubwürdig” und betonte, dass zwar noch Arbeit zu tun sei, die öffentlichen Finanzen aber seit 2015 unorganisiert seien.
Haddad nimmt am Freitag an einer Veranstaltung in São Paulo mit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva teil.
Globale Faktoren und Rohstoffe unterstützen Gewinne
International erhöhte die Bank of Japan die Zinssätze von 0,50 % auf 0,75 %, das höchste Niveau seit 30 Jahren.
Der Markt reagierte auch auf Statistiken des externen Sektors, die im November ein Leistungsbilanzdefizit von 4,943 Milliarden US-Dollar zeigten, etwas weniger als die mittlere Prognose von 5,05 Milliarden US-Dollar.
Ausländische Direktinvestitionen (FDI) beliefen sich auf 9,820 Milliarden US-Dollar, was im oberen Bereich der Prognosen lag.
Die Rohstoffpreise trugen bei den Ibovespa-Anstiegen bei, wobei das Öl um etwa 0,60 % stieg und das Eisenerz in Dalian um 0,52 % weiter schloss.
Vale (VALE3) stieg um 0,16 %, Petrobras (PETR3; PETR4) stieg um 0,39 % bzw. 0,12 %, während die Mehrheit der großen Bankaktien um etwa 1 % zulegte, mit Ausnahme von BB (BBAS3), der um 0,32 % sank.
Ausblick für 2026
Trotz der jüngsten Währungsschwäche ist der Aktienanalyst Matheus Amaral bei Inter der Ansicht, dass der Ibovespa 2026 weitere Gewinne bieten kann, unterstützt durch die wahrscheinliche Wahrscheinlichkeit einer Selic-Zinssenkung Anfang nächsten Jahres.
Er erwähnte außerdem, dass Prognosen für US-Zinssenkungen und gestreckte Bewertungen in US-Technologieunternehmen Kapital in Schwellenländer wie Brasilien verlagern könnten.
Der Ibovespa stieg bis 11:22 Uhr um 0,46 % auf 158.677,26 Punkte, was anhaltenden Optimismus der Anleger angesichts lokaler Fiskalmaßnahmen und günstiger globaler Marktlage zeigt.
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