
Globale Investoren könnten laut Ron Temple, Chef-Marktstratege bei Lazard, einen historischen Wendepunkt in der weltweiten Sicht auf US-Finanzanlagen erleben.
In einem aktuellen CNBC-Interview argumentierte Temple, dass 2025 “der Anfang vom Ende des amerikanischen Exzeptionalismus an den Märkten” markiert, da ausländische Investoren die allgemeine Sicherheit, Stabilität und relative Attraktivität US-Vermögenswerte neu bewerten.
Seiner Ansicht nach verändert sich ändernde globale Renditen, geschwächtes Vertrauen in das US-Finanzmanagement und veränderte Währungsdynamiken eine langjährige Annahme, dass amerikanische Vermögenswerte am sichersten für Investitionen sind .
Hier ist eine umfassende Erklärung, warum sich diese Denkweise im Hinblick auf 2026 zu verändern beginnt.
Staatsanleihen werden nicht mehr als risikofrei behandelt
Temple hob eine auffällige Entwicklung hervor: US-Staatsanleihen beginnen sich wie gewöhnliche Kreditvermögen zu verhalten und nicht wie der ultimative sichere Zufluchtsort der Welt.
Er verwies auf das Marktverhalten Anfang dieses Jahres, als negative Wirtschaftsnachrichten Investoren dazu veranlassten, Staatsanleihen zu verkaufen, anstatt sie zum Schutz zu kaufen.
“Zum ersten Mal im Leben vieler Menschen sahen wir, dass US-Staatsanleihen eher als Kreditvermögen denn als risikofreies Vermögen betrachtet wurden”, sagte er.
Dieser Wandel untergräbt einen grundlegenden Glauben an die globale Finanzwelt – dass die US-Staatsschulden der sicherste Ort sind, um sich in Unsicherheiten zu verstecken.
Der abschwächende Dollar verändert das globale Investitionsverhalten
Ein zentrales Thema in Temples Analyse ist die wachsende Erwartung eines schwächeren US-Dollars.
Er stellte fest, dass viele ausländische Investoren nun aktiv ihre Währungsabsicherungsquoten erhöhen, um die Exponierung gegenüber dem Greenback zu verringern.
“Was ich von Investoren weltweit höre, ist, dass sie nach Möglichkeiten suchen, ihre Absicherungsquoten zu erhöhen und ihre Exponierung gegenüber dem US-Dollar zu verringern”, sagte er.
Zu den Bedenken, die diesen Wandel vorantreiben, gehören nicht nachhaltige Haushaltsdefizite, Fragen zur Rechtsstaatlichkeit und Unsicherheit über die Unabhängigkeit der Federal Reserve.
Ein schwächerer Dollar würde die Renditen für nicht abgesicherte ausländische Inhaber von US-Vermögenswerten verringern und diese weniger attraktiv machen.
Japans Normalisierung bedroht die Nachfrage nach US-Vermögenswerten
Japans geldpolitische Straffung entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Druckpunkt für die US-Märkte.
Da die Bank of Japan die Übernachtzinsen bis Ende nächsten Jahres voraussichtlich auf 1 % anhebt und die Renditen japanischer Zehnjähriger japanischer Staatsanleihen fast 2 % erreichen, könnten japanische Anleger inländische Anleihen attraktiver finden als US-Staatsanleihen, sobald das Währungsabsicherungsverhalten berücksichtigt wird.
Im Gespräch mit CNBC warnte Temple, dass Japan – ein Nettogläubiger mit 3,7 Billionen US-Dollar im Ausland investierten – mit der Rückführung von Kapital beginnen könnte.
“Es besteht das Risiko, dass Japan einen Teil dieses Geldes zurück an den Heimatmarkt zurückführt”, sagte er, ein Schritt, der die US-Zinsstrukturkurve steiler und die Kreditbedingungen verschärfen könnte.
Massiver ausländischer Besitz wird zu einer Schwachstelle
Ausländische Investoren halten zusammen 8,6 Billionen US-Staatsanleihen sowie noch größere Positionen in amerikanischen Aktien und Unternehmenskrediten.
Temple warnte, dass diese Konzentration ausländischen Besitzes zu einem strukturellen Risiko wird.
Obwohl er keinen sofortigen großflächigen Verkauf erwartet, glaubt er, dass die erste Veränderung im Währungsabsicherungsverhalten stattfinden wird – ein Vorbote bedeutenderer Realallokationen.
“Ein Risiko besteht darin, dass diese Investoren sich entscheiden, ihre US-Vermögenswerte zu verkaufen”, sagte er und wies darauf hin, dass selbst moderate Veränderungen der ausländischen Nachfrage überproportionale Auswirkungen auf Renditen, Liquidität und Marktstabilität haben können.
Der US-Makromix ist nicht mehr einzigartig attraktiv
Temple argumentierte, dass die US-Wirtschaft den makroökonomischen Vorteil verliert, der sie einst auszeichnete.
Er erwartet, dass die Arbeitslosigkeit bis 2026 “weiter ansteigen” wird, während die Inflation in der ersten Jahreshälfte aufgrund zollbedingter Preisdrucks wieder ansteigt.
Gleichzeitig bleiben die Haushaltsdefizite groß, und die langfristigen Renditen verhalten sich unvorhersehbar. “Es ist mir nicht klar, wie lange das Ende der Kurve reagieren wird”, sagte er und verwies auf die jüngsten Anstiege der 10-jährigen Renditen.
Da andere Märkte – von Japan bis Europa – verbesserte Risiko-Ertrags-Profile bieten, fordert Temple Investoren auf, für 2026 mehr außerhalb der USA zu allokieren.
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