
Der Rohölpreis verlängerte die bisherigen Verluste auf ein Zwei-Monats-Tief, da Sorgen über ein Angebotsüberangebot und das nachlassende Nachfragewachstum den Markt weiterhin belasten. Brent Oil fiel leicht nach unten und fand Unterstützung auf dem entscheidenden Unterstützungsniveau von 60 Dollar zum Zeitpunkt des Schreibens. Gleichzeitig sank der Ölpreis in WTI auf den niedrigsten Stand seit dem 21. Oktober mit 56,41 US-Dollar. Mit den mit Spannung erwarteten US-Nichtlandwirtschaftlichen Lohnabrechnungen und CPI-Daten dürfte sich die hohe Volatilität des US-Dollars auf das im Dollar bepreiste Rohöl ausweiten.
Wie tief können die Preise für Rohöl sinken?
Die Rohölpreise stehen weiterhin unter Verkaufsdruck, da Überangebotsbedenken und eine schwache Nachfrage das Marktgefühl auch im kommenden Jahr weiter prägen werden. Tatsächlich wird erwartet, dass die mögliche Erholung korrigierender Natur ist und nicht der Beginn einer Trendumkehr.
Dennoch trüben bestimmte Faktoren diese bärische Sichtweise. Zunächst hat China robuste Ölvorräte gehortet; ein Trend, der sich 2026 fortsetzen wird. Laut Citigroup wird das Vorraten voraussichtlich von durchschnittlich 800.000 Barrel pro Tag auf 900.000 im nächsten Jahr zunehmen.
Obwohl diese Rate dazu beitragen wird, den globalen Ölmarkt vor dem prognostizierten Überangebot abzufedern, bedeutet sie nicht zwangsläufig ein Wachstum der Nachfrage. Tatsächlich wird erwartet, dass das Nachfragewachstum beim führenden Importeur und Verbraucher von Rohöl bis Mitte 2026 mit 150.000 Barrel pro Tag schleppend bleiben wird.
Darüber hinaus hat die Internationale Energieagentur (IEA) ihren Angebot und Nachfrage für 2026 verbessert. In ihrem neuesten Monatsbericht erwartet die Behörde nun, dass das Angebot die Nachfrage im Jahr 2026 um 3,89 Millionen Barrel pro Tag übersteigen wird, verglichen mit der bisherigen Prognose von 4,09 Millionen Barrel pro Tag. Gleichzeitig hat es seine Aussicht auf das Nachfragewachstum verbessert und verweist auf gedämpfte Zollprobleme und eine bessere globale Wirtschaftsaussicht.
Während der Rohölmarkt über diese Treiber nachdenkt, sind sie auch an den US-Daten für Nichtlandwirtschaftsgehalts- und Verbraucherpreisindex interessiert, die am Dienstag bzw. Donnerstag veröffentlicht werden sollen. Während Anleger Hinweise auf den nächsten Schritt der Fed suchen, wird sich die erhöhte Volatilität der Staatsanleiherrenditen und der US-Dollar auf das im Dollar bepreiste Rohöl ausbreiten.
Technische Analyse des Brent-Rohölpreises

Der Leitindex für die globalen Ölpreise, Brent, fiel am Montag leicht; Verlängerung der in der vergangenen Woche verzeichneten Verluste. Zum Zeitpunkt des Schreibens wurde es für 60,44 Dollar pro Barrel gehandelt; ein Niveau, das zuletzt Ende Oktober beobachtet wurde. Dadurch ist es mit einem RSI von 36 eher an den überverkauften Bereich herangerückt. Außerdem liegt er an der Grenze des bärischen Kanals, der seine Bewegungen seit Anfang August maßgeblich geprägt hat.
Basierend auf diesen technischen Indikatoren ist eine Korrektur kurzfristig wahrscheinlich. Dadurch würde der Brent-Rohölpreis von der entscheidenden Unterstützungszone von 60 US-Dollar abprallen und wieder in den engen Bereich zwischen 61 und 64 US-Dollar zurückkehren.
Trotz der erwarteten Erholung erwarte ich jedoch, dass der Vermögenswert kurzfristig unter 64,50 $ bleiben wird. Tatsächlich würde ein Umstieg über dieses Niveau diese These ungültig machen. Auf der anderen Seite gibt eine Bewegung unterhalb des markierten bärischen Kanals den Verkäufern die Möglichkeit, die Tiefs im Mai erneut zu testen.
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