
Oracle (NYSE: ORCL) brach am Donnerstagmorgen um bis zu 14 % ein, nachdem das Legacy-Technologieunternehmen seine Prognose für KI-Ausgaben erhöht hatte, obwohl der Umsatz im zweiten Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurückblieb .
Der Riese verfehlte mit 16,06 Milliarden Dollar Quartalsumsatz die Schätzungen um etwa 150 Millionen Dollar. Dennoch erhöhte das ORCL-Management seine Investitionsaussichten auf über 50 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026.
Der Ausverkauf nach den Ergebnissen ist Oracles größter seit Januar und senkte die Marktkapitalisierung in einer einzigen Sitzung um mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Dennoch liegt die Oracle-Aktie im bisherigen Jahresverlauf immer noch um etwa 15 %.
Warum sind CAPEX-Richtlinien für Oracle-Aktien besorgniserregend?
Die Ergebnisveröffentlichung von Oracle zeigte eine beunruhigende Diskrepanz: Das Umsatzwachstum lag unter dem Konsens – dennoch leitete das Management zu einer beschleunigten Ausgabe für künstliche Intelligenz.
Das multinationale Unternehmen hat Milliarden für Investitionen in Cloud-Infrastruktur bereitgestellt, und ja, das unterstreicht seinen Ehrgeiz, sich als wichtiger Anbieter von KI-Infrastruktur zu etablieren.
Doch das Ausgabentempo ist eindeutig nicht mit dem Umsatzwachstum übereinstimmend, was zufällig ein Merkmal blasenähnlichen Verhaltens ist.
Investoren werden zunehmend besorgt, dass Oracle möglicherweise keine angemessenen Renditen liefern kann, insbesondere angesichts der Schuldenlast und des sich verschärfenden frischen Cashflows.
Die Sorge ist, dass der Riese um jeden Preis Wachstum anstrebt, wodurch ORCL-Aktionäre exponiert sind, falls sich die KI-Nachfrage normalisiert oder nicht wie erwartet skaliert.
Wie kann man die ORCL-Aktien beim Rückgang nach dem Gewinn nutzen?
Die Bedenken rund um KI-Ausgaben sind höchst rational, da Oracle deutlich stärker verschuldet ist als viele seiner Cloud-Kollegen (Amazon, Microsoft und Google).
Die Schuldenlast liegt bereits bei über 100 Milliarden Dollar – und es ist fair anzunehmen, dass sie weiter wachsen könnte, während sie diesen massiven Ausbau finanziert.
Dennoch bezeichnet Justin Post, Senior Analyst der Bank of America, den Einbruch nach den Ergebnissen als “Chance” für langfristige Investoren und verweist auf den starken Backstau an Cloud-Verträgen und die Positionierung im Bereich KI-Workloads des Unternehmens.
In seiner Forschungsnotiz äußerte Post sein Vertrauen in Oracles “Fähigkeit, sich in einen KI-Rechen-Hyperskaler zu verwandeln” – und obwohl kurzfristig volatil bleiben könnte, glaubt er, dass sich die Stimmung und Schätzung im Laufe der Zeit “weiter zurücksetzen” werden.
BofA hält ein Kursziel von 300 US-Dollar für Oracle-Aktien fest, was auf ein mögliches Aufwärtspotenzial von mehr als 60 % hindeutet. Eine Dividendenrendite von 1,04 % macht sie als langfristige Beteiligung noch attraktiver.
Oracles Weg nach vorne hängt vollständig von seiner KI-Strategie ab
Der starke Rückgang der ORCL-Aktie unterstreicht die Spannung zwischen KI-Hype und finanzieller Realität.
Die Erhöhung von CAPEX ohne entsprechendes Umsatzwachstum wirft berechtigte Bedenken auf – doch schwergewichtige Analysten glauben, dass ein Großteil des Abwärtspotenzials bereits eingerechnet ist.
Für Investoren hängt die Entscheidung von der Risikobereitschaft ab: Diejenigen, die blasenähnlichen Ausgaben misstrauisch gegenüberstehen, könnten es vorziehen zu warten, während Anhänger von Oracles KI-Infrastrukturstrategie den aktuellen Einbruch als seltene Gelegenheit ansehen könnten, mit Rabatt zu kaufen.
So oder so wird die Entwicklung der ORCL-Aktien bis 2026 davon geprägt sein, ob Oracle seine KI-Ausgabenserie in greifbares, profitables Wachstum umwandeln kann.
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