1.000 Euro monatliche Dividendeneinnahmen sind ein gutes Etappenziel, für das aber auch ein riesiges Vermögen nötig ist. Bei einer Ausschüttungsrendite von 3,38 % wären dafür tatsächlich rund 355.000 Euro erforderlich – wenn das Einkommen sofort fließen soll.
Wer dagegen 20 Jahre Zeit mitbringt und Dividenden konsequent reinvestiert, kann die Rechnung deutlich zu seinen Gunsten verändern. Allerdings gibt es entscheidende Nebenbedingungen bei dieser Rechnung.
Der Zinseszinseffekt macht aus 69.000 Euro ein langfristiges Einkommenspotenzial
Nehmen wir ein vereinfachtes Modell an: Die anfängliche Dividendenrendite beträgt 3,38 %, die Dividende je Aktie wächst jedes Jahr um 5 % und sämtliche Ausschüttungen werden wieder investiert.
Unter diesen Annahmen verstärken sich zwei Effekte gegenseitig. Die Dividende pro Aktie steigt, während die reinvestierten Ausschüttungen zusätzliche Anteile kaufen.
Ausgehend von rund 69.000 Euro würde die anfängliche Dividende von etwa 2.332 Euro pro Jahr unter diesen Modellannahmen über 20 Jahre auf ungefähr 12.000 Euro jährlich anwachsen. Damit läge das angestrebte Dividendeneinkommen rechnerisch bei rund 1.000 Euro im Monat.
Der entscheidende Punkt: Die 69.000 Euro sind kein Betrag, der heute bereits 1.000 Euro monatliche Ausschüttungen liefert. Es handelt sich um einen modellierten Startbetrag, der über zwei Jahrzehnte wachsen muss. Genau das ist der Unterschied zwischen einer einfachen Dividendenrendite-Rechnung und dem Zinseszinseffekt. Aber da wäre noch etwas anderes.
20 Jahre Geduld können die Rechnung grundlegend verändern
Die Modellrechnung ist beeindruckend, aber keineswegs garantiert. Dividenden schwanken, können gekürzt oder gestrichen werden. Auch Aktienkurse schwanken, was die tatsächliche Rendite erheblich von den Annahmen abweichen lassen kann.
Und da wären noch Steuern, Gebühren und Inflation, die ebenfalls zu berücksichtigen sind, im Modell aber außen vor blieben. Trotzdem zeigt das Beispiel einen wichtigen Grundsatz: Beim langfristigen Vermögensaufbau zählt nicht nur, wie viel Kapital heute vorhanden ist. Ebenso entscheidend sind Zeit, Wiederanlage und das Wachstum der Erträge.
Wer seine finanzielle Zukunft plant, sollte also nicht nur auf sein aktuelles Vermögen schauen. Die eigentliche Frage lautet doch: Was kann aus einem heutigen Kapitalbetrag werden, wenn er 20 Jahre lang arbeiten darf?
Fazit: Nicht die Dividende allein entscheidet
Die 355.000 Euro sind eine Momentaufnahme. Der deutlich kleinere Betrag von rund 69.000 Euro zeigt, welches Potenzial in einem langen Anlagehorizont stecken kann – vorausgesetzt, die getroffenen Annahmen treten tatsächlich ein.
Wer zusätzlich zur gesetzlichen Rente ein eigenes Einkommen aus Kapital aufbauen möchte, sollte daher möglichst früh beginnen in Aktien zu investieren.
Der Artikel 69.000 statt 355.000 Euro: Wie Dividenden den Weg zu 1.000 Euro im Monat verkürzen können! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.