Wer vor 20 Jahren in Tabak investierte, galt als altmodisch. Ja sogar als als rückständig, da Tabak aufgrund seiner Risiken und schlechter ESG-Bilanz als uninvestierbar gilt. Dabei bieten die großen Player der Branche vieles, was wie aus dem Bilderbuch der Ökonomie stammt.
Heute können viele Einkommensinvestoren neidisch auf diese Branche blicken. Denn ein Akteur wie die Altria Group (WKN: 200417) liefert seit Jahrzehnten etwas Wertvolleres: starke Cashflows, hohe Dividenden und umfangreiche Aktienrückkäufe.
Die Aktie des Marlboro-Konzerns hat ihre Dividende über Generationen hinweg kontinuierlich erhöht und Anlegern so ein Einkommen beschert, das mittlerweile fast wie ein privates Rentensystem wirkt.
Besonders faszinierend ist die traditionell hohe Einstiegsrendite. Sie lag in den letzten 20 Jahren zwischen 4 und 10 %.

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Wer früh eingestiegen ist, hat sein Investment inzwischen allein über Dividenden zurückerhalten. Der Aktienkurs ist jedoch nicht auf null gegangen. Mit 73 US-Dollar liegt er heute 276 höher als noch vor zehn Jahren. Die Gründe hierfür liegen im Business selbst.
Die wohl zäheste Geldmaschine der Wall Street
Auf den ersten Blick scheint das Geschäftsmodell von Altria simpel: Nikotin verkaufen. Doch genau diese Einfachheit macht das Unternehmen so profitabel.
Mit Marken wie Marlboro dominiert Altria seit Jahrzehnten den US-Zigarettenmarkt. Neuer Wettbewerb ist angesichts rückläufiger Volumina und hoher Regulierung nahezu ausgeschlossen. Die Branche gilt als weitgehend konsolidiert.
Genau deshalb erzielt der Konzern enorme Margen. Ein Grund dafür sind die vergleichsweise niedrigen Kosten für Herstellung und Vertrieb bei gleichzeitig regelmäßig steigenden Verkaufspreisen.
Zudem reagieren viele Konsumenten erstaunlich preisinelastisch. Selbst sinkende Stückzahlen konnte Altria deshalb lange durch höhere Preise kompensieren.
Hinzu kommt die Dividendenpolitik. Das US-Unternehmen gehört zu den verlässlichsten Dividendenzahlern der Börse und hat seine Dividende seit Jahrzehnten regelmäßig erhöht. Um genau zu sein, waren es 60 Erhöhungen in den vergangenen 56 Jahren.
Die aktuelle Rendite von 5,7 % ist selbst im heutigen Marktumfeld außergewöhnlich hoch. Das hat Gründe.
Die Risiken verschwinden keineswegs im Zigarettenrauch. Der klassische Tabakmarkt schrumpft langfristig.
Immer weniger Menschen rauchen. Hinzu kommen die nicht nachlassenden regulatorischen Risiken, mögliche Menthol-Verbote – in der EU gibt es sie bereits seit 2020 – und milliardenschwere Klagen. Auch frühere Investitionen, wie der Einstieg bei Juul, entwickelten sich für Altria eher zu einem teuren Lehrstück.
Immerhin versucht der Konzern inzwischen, sich umzubauen. Mit Nikotinbeuteln und E-Zigaretten wie NJOY will Altria den Wandel hin zu rauchfreien Produkten schaffen. Genau darin liegt die große Zukunftswette.
Ist die Aktie heute noch ein guter Deal?
Die spannende Frage ist deshalb nicht, ob Altria moralisch vertretbar ist. Die Börse stellt eine härtere Frage: Bleibt der Cashflow stabil?
Aktuell spricht meiner Meinung nach vieles dafür. Der Konzern verdient weiterhin Milliarden, die Marke Marlboro ist nach wie vor dominant und die Dividende scheint gut abgesichert zu sein.
Für Wachstumsinvestoren dürfte die Aktie wenig aufregend sein. Für Einkommensanleger bleibt sie dagegen fast schon ein Sonderfall: hohe Ausschüttungen, defensive Nachfrage und ein Geschäftsmodell, das selbst in Krisenzeiten erstaunlich robust funktioniert.
Das gilt jedoch nur, solange die rückläufigen Volumina irgendwann durch neue Produkte ausgeglichen werden können. Wenn die Zukunftswette nicht aufgeht, könnte es auch für Altria nach dem Verkauf des Tafelsilbers eng mit der hohen Dividende werden.
Der Artikel 6 % Einstandsrendite und 60 Dividendenerhöhungen: Diese Aktie ist eine Monster-Cash-Maschine! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.