Wer heute 50 Coca-Cola-Aktien (WKN: 850663) besitzt, kann sich glücklich schätzen. Fast 4.000 Euro dürfte seine Position wert sein.

Für viele Anleger ist der führende Softdrink-Hersteller aber weit mehr als nur der Hersteller eines bekannten Sirups. Die Aktie gilt seit Jahrzehnten als klassischer Dividendenwert, als Garant für stabil wachsendes passives Einkommen. 

Hier erhält man quartalsweise Dividenden in Serie mit jährlichen Steigerungen. Das läuft schon seit über 64 Jahren so.

Entscheidend ist dabei aber nicht nur, wie hoch die Ausschüttung heute ausfällt. Für mich als langfristigen Anleger ist mindestens genauso wichtig, wie stark die Dividende künftig wachsen kann.

Eine einfache Modellrechnung macht deutlich, welchen Unterschied selbst ein moderates Dividendenwachstum über viele Jahre machen kann.

Der unterschätzte Hebel: Zeit statt Tempo

Nehmen wir eine realistische Annahme von 5 % Dividendenwachstum pro Jahr. Nach zehn Jahren wären aus den 91,64 Euro Dividende heute bereits rund 149,30 Euro geworden. Nach zwölf Jahren würden etwa 165 Euro jährlich ausgezahlt. Nach 14 Jahren wäre die Marke von 180 Euro erreicht – die Dividende hätte sich also fast verdoppelt.

Der Clou dabei ist, dass nicht die ursprüngliche Summe jedes Jahr wächst, sondern die bereits erhöhte. Im ersten Jahr werden 4,58 Euro hinzugefügt, im zweiten Jahr wächst bereits die neue, höhere Basis. Genau dieser kleine „Schneeballeffekt“ sorgt dafür, dass aus kleinen jährlichen Erhöhungen langfristig ein spürbarer Unterschied entsteht.

Wichtig: Keine Garantie, sondern nur ein Modell mit Realitätsbezug

5 % sind dabei nur eine plausible Annahme, keine Zusicherung. Zusätzlich wirkt bei einem US-Unternehmen wie Coca-Cola immer auch der Wechselkurs auf die tatsächlich ankommende Summe in Euro.

Dividenden können also langsamer wachsen, stagnieren oder im Ernstfall sogar gekürzt werden. Aber mal von der anderen Seite gesehen: Wenn selbst ein Unternehmen wie Coca-Cola in die Schieflage geraten sollte, wo soll man sonst noch investieren?

Fazit: Geduld schlägt Aktionismus

Wer 50 Coca-Cola-Aktien besitzt, muss nicht auf spektakuläres Wachstum hoffen. Schon moderate 5 % Dividendenwachstum pro Jahr reichen rechnerisch aus, um die Ausschüttung in weniger als 14 Jahren fast zu verdoppeln. Voraussetzung bleibt, dass Coca-Cola seine Gewinne und freien Cashflows weiter nachhaltig steigert.

Bleiben die Zukunftsperspektiven dann ähnlich gut wie heute und findet keine Verwässerung statt, würde sich auch der Aktienkurs mit etwas Glück verdoppeln. Genau das ist das kleine Wunder an der Börse, dass wir uns als Aktionäre so sehr wünschen.

Der Artikel 50 Coca-Cola-Aktien und aus 91 Euro Dividende wird plötzlich fast das Doppelte? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.