42 %.

Keine Rendite. Keine Dividendenrendite. Keine Gewinnmarge.

Sondern die Sparquote.

Auf den ersten Blick wirkt das absurd hoch. Tatsächlich entspricht die Zahl ungefähr dem Anteil, den jemand investieren müsste, um aus einem durchschnittlichen Nettoeinkommen einen gigantischen Vermögensaufbau zu machen.

Genau deshalb finde ich sie so spannend.

Was 42 % des Durchschnittseinkommens bedeuten

Der durchschnittliche Vollzeitbeschäftigte in Deutschland kommt derzeit auf etwa 2.617 Euro netto pro Monat.

42 % davon entsprechen rund 1.100 Euro.

Das ist eine große Summe. Keine Frage. Für viele Haushalte dürfte sie kaum realistisch sein. Trotzdem lohnt sich die Rechnung. Denn sie zeigt, welche Macht hinter einer hohen Sparquote steckt.

Nehmen wir an, diese 1.100 Euro werden konsequent jeden Monat investiert. Nicht für zwei oder drei Jahre. Sondern über einen Zeitraum von 25 Jahren.

Jetzt wird es interessant

Unterstellen wir zusätzlich eine durchschnittliche Rendite von 8 % pro Jahr. Das entspricht ungefähr dem langfristigen Durchschnitt breiter Aktienmärkte.

Nach 25 Jahren wären aus den monatlichen 1.100 Euro rund 1 Million Euro geworden.

Nicht durch einen Glücksgriff. Nicht durch eine einzelne Aktie. Nicht durch Market Timing.

Sondern durch Regelmäßigkeit.

Das eigentlich Verrückte daran: Von dieser Million stammen lediglich rund 330.000 Euro aus eigenen Einzahlungen. Der deutlich größere Teil entsteht durch Kursgewinne und den Zinseszinseffekt.

Die meisten suchen nach dem falschen Hebel

Wenn Anleger über Vermögensaufbau sprechen, suchen viele nach der nächsten Aktie, die sich verdoppeln könnte.

Natürlich helfen hohe Renditen.

Doch die ersten Jahre eines Depots werden meist nicht durch Renditen entschieden, sondern durch die Höhe der Sparrate. Wer monatlich 1.100 Euro investiert, baut selbst in schwächeren Börsenphasen Vermögen auf. Wer dagegen nur kleine Beträge investiert, kann selbst mit einer guten Rendite nur langsam vorankommen.

Genau deshalb wird die Sparquote häufig unterschätzt.

Warum mich diese Zahl fasziniert

42 % sind kein realistisches Ziel für jeden Haushalt. Das müssen sie auch nicht sein.

Spannend finde ich vielmehr den Gedanken dahinter. Denn die Rechnung zeigt, wie stark Vermögensaufbau von den eigenen Entscheidungen beeinflusst wird.

Viele Menschen glauben, sie bräuchten außergewöhnliche Renditen, um finanziell frei zu werden. Dabei reicht häufig etwas deutlich Langweiligeres: eine hohe Sparquote, viel Zeit und die Geduld, den Zinseszinseffekt arbeiten zu lassen.

Und genau deshalb halte ich 42 % für eine der wichtigsten Zahlen überhaupt. Nicht weil sie spektakulär klingt. Sondern weil sie zeigt, wie aus einem durchschnittlichen Einkommen langfristig ein Millionenvermögen entstehen kann.

Der Artikel 42 %: Diese Zahl entscheidet über deine finanzielle Freiheit ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.