Der Dividendenkönig Coca-Cola (WKN: 850663) hat wirklich eine Menge geleistet und aufgebaut. Es geht um mehr als bloß die sechs Jahrzehnte jährlich steigender Dividenden. Wobei das ein Qualitätsmerkmal für sich ist, keine Frage. Auch die mehr als 100 Jahre an Ausschüttungen sind in diesem Kontext bemerkenswert.

Qualitativ müssen wir Coca-Cola ebenfalls hoch anrechnen, wie sehr das Management das Geschäftsmodell umgebaut hat. Anstatt selbst abzufüllen, setzt man vermehrt auf Lizenzen und Sirupe. Das wiederum sorgt für mehr Planbarkeit, mehr defensive Klasse und einen geringeren Kapitaleinsatz. Alles für die Dividende scheint das Credo zu sein.

Trotz dieser Qualität sage ich jetzt: Der Dividendenkönig Coca-Cola kommt mir im Moment nicht ins Depot. Ich sehe drei Gründe, die mich zumindest jetzt an der Ausgangslage leicht zweifeln lassen.

Dividendenkönig Coca-Cola: Die Bewertung erscheint mir teuer

Hinter dem Dividendenkönig Coca-Cola steckt ein Konzern, der ohne jeden Zweifel wächst. Im Geschäftsjahr 2025 legte der Umsatz um 2 % zu. Das Nettoergebnis je Aktie konnte hingegen bereinigt um 4 % auf 3,00 US-Dollar steigen. Das zeigt, dass Coca-Cola auch in schwierigeren Zeiten wächst. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 25 ist die fundamentale Bewertung aber vergleichsweise teuer. Zumal auch hier der Absatz rein mengenmäßig lediglich um 1 % gestiegen ist.

Zum Vergleich: PepsiCo (WKN: 851995) wird gegenwärtig mit einem KGV von bereinigt etwa 19 gehandelt. Natürlich ist das Geschäftsmodell unterschiedlich. PepsiCo füllt selbst ab, dadurch sank das Volumen stärker um 1 % und um 4 % im US-Getränkemarkt. Der Umsatz stieg mit einem Plus von 1,7 % ebenfalls weniger. Auch das Ergebnis je Aktie verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 kein Wachstum. Aber: Coca-Cola könnte das auch noch treffen. Wenn die Abfüller geringere Wachstumsraten sehen, wird es schwieriger, höhere Preise zu verhandeln. Ich sehe daher das Risiko, dass dieser Dividendenkönig vielleicht erst später die Auswirkungen der preissensibleren Verbraucher spürt.

Zudem denke ich, dass ein Unterschied von 6 beim bereinigten KGV zu viel ist. Zwischen PepsiCo und Coca-Cola ist vielleicht eine Differenz von 3 fair für das besser planbare Geschäft. Aber ich sehe eine leichte Überbewertung bei Coca-Cola. Das ist der erste Grund, weshalb ich mich jetzt eher fernhalte.

Das passive Einkommen ist mir nicht attraktiv genug

Der zweite Grund hängt ebenfalls mit der fundamentalen Bewertung zusammen. Wir haben bereits über die Qualität der Dividende von Coca-Cola gesprochen. Für einen reifen Getränkekonzern, der selbst in guten Jahren ein Wachstum von 5 bis 8 % pro Jahr erzielt, finde ich eine Dividendenrendite von 2,77 % ein wenig zu gering. Auch hier ist PepsiCo mit deutlich über 3 % bedeutend höher. Aber betrachten wir die Aktie von Coca-Cola isoliert.

Selbst wenn wir von einem Dividendenwachstum von 5 % pro Jahr ausgehen, braucht es zwei Jahre, ehe wir 3,05 % Dividendenrendite erhalten. Es benötigt mehr als sieben Jahre, ehe wir über 4 % Dividendenrendite erhalten. 4 % Dividendenwachstum pro Jahr sind zudem kein Selbstläufer. Bei einer Ausschüttungsrendite von 3,2 bis 3,5 % halte ich die Bewertung für deutlich attraktiver. Das Chance-Risiko-Profil ist dann günstiger. Tatsächlich sehe ich auf dem jetzigen Bewertungsniveau ein mögliches Korrekturpotenzial von 10 bis 15 %, wenn ich die Dividendenrendite und das KGV betrachte. Deswegen bleibe ich dem Dividendenkönig ebenfalls fern.

Dividendenkönig Coca-Cola: Andere Top-Aktien mit größerer Sicherheitsmarge

Zu guter Letzt denke ich, dass der Dividendenkönig Coca-Cola trotz seiner Qualität keine ausreichende Sicherheitsmarge besitzt. Konzerne wie PepsiCo sind deutlich pessimistischer bewertet. Sie haben viel der schlechten Neuigkeiten und der negativen Konsumentenstimmung bereits eingepreist. Aber es gibt auch andere Chancen aus der defensiven Lebensmittelbranche.

General Mills ist zum Beispiel um über die Hälfte korrigiert und besitzt über 6 % Dividendenrendite bei einem KGV von rund 10. Natürlich ist General Mills im Vergleich zu Coca-Cola ein ganz anderer Konzern. Hier ist die Eigenkapitalrendite zum Beispiel bedeutend geringer. Außerdem wächst der reine Lebensmittelkonzern nicht so stark und rechnet jetzt sogar mit einem Ergebnisrückgang von bis zu 15 %. Hier spüren wir also noch stärker das schwächere Sentiment.

Die Kehrseite ist jedoch, dass auch General Mills oder PepsiCo oder Hormel Foods weiterhin defensive Lebensmittel- und Getränke-Aktien darstellen. Wenn der Markt zu einem fairen Wert zurückfindet, so sehe ich hier ein größeres Potenzial. Versteh‘ mich daher bitte nicht verkehrt: Coca-Cola ist und bleibt eine starke Aktie. Bei der jetzigen Bewertung, mit der jetzigen Dividende und der Auswahl an Alternativen halte ich den Dividendenkönig aber lieber auf meiner Watchlist.

Der Artikel 3 Gründe, warum ich den Dividendenkönig Coca-Cola jetzt nicht kaufe! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.