Wer im Oktober nach deutschen Aktien mit attraktiver Ausschüttung sucht, muss nicht lange im internationalen Börsenuniversum suchen. Gleich mehrere heimische Unternehmen bieten derzeit eine interessante Kombination aus laufenden Erträgen, etablierten Geschäftsmodellen und möglichen Kurstreibern.
Zu den deutschen Aktien mit traditionell hoher Dividendenausschüttung gehören die Allianz (WKN: 840400), Springer Nature (WKN: SPG100) und BASF (WKN: BASF11). Auch ihre Bewertung ist attraktiv, weshalb die Einstiegsrenditen entsprechend hoch ausfallen.
Doch hinter der hohen Dividendenrendite stecken ganz unterschiedliche Geschichten: Bei der Allianz steht Stabilität im Vordergrund, bei Springer Nature Wachstum und bei BASF die Hoffnung auf eine konjunkturelle Wende. Es gibt jedoch bei allen drei Risiken, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Allianz-Aktie
Die Allianz-Aktie ist die defensivste Wahl des Trios. Der Münchner Versicherungs- und Finanzkonzern verfügt über ein breit diversifiziertes Geschäft, starke Kapitalausstattung und eine traditionell aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik.
Hinzu kommt das 2026 laufende Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2,5 Mrd. Euro, das die Equity Story zusätzlich unterstützt. Anleger profitieren hier also nicht nur von der Dividende, sondern potenziell auch von einer sinkenden Aktienzahl und einem höheren Gewinn je Aktie.
Die Allianz ist allerdings nicht ganz ohne Risiken, auch wenn das Sentiment etwas anderes erzählt. Großschäden, Kapitalmarktschwankungen und Veränderungen im Versicherungszyklus können die Ergebnisse jederzeit beeinflussen. Der Wind weht derzeit noch aus der richtigen Richtung und gibt Rückenwind, doch wie lange das so bleibt, bleibt abzuwarten.
Aus Bewertungsgesichtspunkten ist die Allianz jedenfalls mit einem KGV von 14 nicht teuer. Mit etwas Glück könnte es 2027 eine Dividende von 4,2 % geben.
Springer Nature
Bei Springer Nature sieht die Geschichte etwas anders aus. Der Wissenschaftsverlag profitiert von langfristigen Trends wie steigenden Forschungsaktivitäten und der zunehmenden Digitalisierung wissenschaftlicher Inhalte.
Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividende von 0,83 Euro je Aktie beschlossen. Die Ausschüttungspolitik sieht einen Zielwert von rund 50 % des bereinigten Konzernnettoergebnisses vor.
Langfristig könnte der Konzern von KI profitieren, da diese gute Trainingsdaten benötigt. Qualitätsdaten aus dem Hause Springer dürften in Zukunft ein starkes Asset sein.
Der Haken: Die Aktie ist deutlich weniger liquide als die beiden DAX-Schwergewichte. Zudem können Open-Access-Modelle, regulatorische Veränderungen und Diskussionen über die Kosten wissenschaftlicher Publikationen das Geschäftsmodell unter Druck setzen.
BASF-Aktie
Und dann wäre da noch die BASF. Der Ludwigshafener Chemiekonzern stellt die konjunkturabhängigste Wette in diesem Artikel dar.
Er bietet eine attraktive Ausschüttung und hat seine Kapitalallokation neu ausgerichtet. Bis 2028 sollen insgesamt mindestens zwölf Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre fließen.
Das ist gut für Aktionäre, doch die Risiken sind entsprechend hoch. Hohe Energiekosten in Europa gefährden das Geschäftsmodell grundlegend. Mittelabflüsse an Aktionäre könnten da kontraproduktiv sein.
Glücklicherweise ist man mit einem neuen Verbundstandort in China aktiv. Allerdings gibt es auch hier gewisse geopolitische Riskien.
Wie auch immer: Die große Chance liegt in einer Erholung der globalen Chemienachfrage. Es bleiben jedoch die hohen Energiepreise, die schwache europäische Industrie und die hohe Zyklik des Geschäfts als zentrale Risiken bestehen. BASF ist deshalb weniger ein klassischer defensiver Dividendenwert als vielmehr eine Wette auf die operative und strategische Trendwende.
Fazit: Welche Dividendenaktie ist die beste Wahl?
Das Trio im heutigen Artikel zeigt, warum Anleger nicht nur auf die Dividendenrendite schauen sollten. Allianz steht für Qualität und Stabilität, Springer Nature für strukturelles Wachstum und BASF für Turnaround-Potenzial.
Wer im Oktober nach deutschen Dividendenaktien sucht, findet potenziell interessante Investmentmöglichkeiten. Damit ist es jedoch noch nicht getan.
Stelle dir als Anleger folgende Fragen: Wie nachhaltig sind die Gewinne? Wie viel Spielraum besitzt die Dividende? Und welche Bewertung ist der Markt bereits bereit zu bezahlen?
Genau hier beginnt die eigentliche Aktienanalyse für einen Dividendeninvestor. Eine hohe Dividende ist schön – eine hohe Dividende, die auch in fünf Jahren noch bezahlt werden kann, ist deutlich wertvoller.
Der Artikel 3 deutsche Top-Aktien für Oktober mit 4% Dividende! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.