2020 dürfte ein sehr politisches Börsenjahr werden

Politische Börsen haben einem Sprichwort zufolge nur sehr kurze Beine. Doch seit Donald Trump im Januar 2017 in das Weiße Haus in Washington eingezogen ist, sind die Beine der politischen Börsen durchaus länger geworden, hat es doch manchmal den Anschein, als würde die Wall Street nur noch auf die Twittermeldungen des US-Präsidenten reagieren.

Vor diesem Hintergrund kann einem Anleger beim Blick auf das neue Börsenjahr Angst und Bange werden, denn im November 2020 wählt Amerika einen neuen Präsidenten. Da die Schlacht um den Einzug ins Weiße Haus längst eröffnet wurde, kann der Wahlkampf in den kommenden Monaten nur noch intensiver werden.

Das dürfte auch für die Börsen nicht ohne Folgen bleiben, denn schon heute leiden einzelne Branchen und Unternehmen ganz besonders unter den politischen Sorgen der Anleger. Zu nennen ist an dieser Stelle beispielsweise die Pharmabranche. Sie beäugt insbesondere das Lager der demokratischen Kandidaten mit großem Unwohlsein.

Äußerer Anlass für dieses Unwohlsein sind Kandidaten wie Elizabeth Warren oder Bernie Sanders. Sie gehören dem linken Spektrum der demokratischen Partei an und fordern Steuererhöhungen für die Reichen und eine Aufspaltung der großen amerikanischen Technologiekonzerne.

Für die Wall Street ist Donald Trump derzeit der Favorit

Barack Obamas Vizepräsident Joe Biden und der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg treten zwar gemäßigter auf, doch auch sie wollen die hohen Kosten im amerikanischen Gesundheitswesen senken und das kommt in Kreisen der Pharmaindustrie gar nicht gut an.

An der Wall Street stellt man sich derzeit überwiegend auf eine Wiederwahl von Donald Trump ein. Das hat weniger mit echter Sympathie und viel mit Statistik und Wirtschaft zu tun. Ein Blick in die jüngere US-Geschichte zeigt, dass ein amtierender Präsident nur selten zu Fall gebracht wird. Das geschieht bevorzugt dann, wenn die Wirtschaft am Boden liegt.

Zwar befindet sich die US-Wirtschaft in der Spätphase eines langen Booms, doch diesem wird noch so viel Lebenszeit zugetraut, dass es bis zum November reichen könnte und Donald Trump wiedergewählt werden dürfte. Nur ein überraschender wirtschaftlicher Einbruch, den momentan kaum ein Anleger auf dem Schirm hat, könnte ihn noch zu Fall bringen.

Dennoch bis zur Wahl im November vergeht noch viel Zeit und auch auf die Börse könnte einiges an Aufregung zukommen. Nicht sinnvoll ist es jedoch, schon jetzt mit Blick auf einen möglichen Wahlausgang im November bestimmte Aktien zu kaufen oder nicht zu kaufen.

Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Aktienkurse der Zukunft viel stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens abhängen als von äußeren Faktoren zu denen auch die Frage zählt, wer am Ende als Präsident im Weißen Haus sitzen wird.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

Der Beitrag 2020 dürfte ein sehr politisches Börsenjahr werden erschien zuerst auf 7 vor 8 – Der Börsenausblick am Morgen.

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