Wer nach Dividendenwerten für den Buy-and-Hold-Ansatz sucht, braucht nicht unbedingt die spannendsten Aktien der Welt.
Im Gegenteil: Der perfekte Kandidat für das langfristige Halten ist oft das Gegenteil von aufregend. Er ist stabil, zuverlässig und langweilig im besten Sinne.
Die meisten Menschen bauen ihr Vermögen nicht durch spektakuläre Wetten auf. Sie schaffen es mit Unternehmen, die Jahr für Jahr solide Gewinne erzielen und einen Teil davon an ihre Aktionäre ausschütten.
Zwei aus meiner Sicht geeignete Kandidaten möchte ich nachfolgend vorstellen.
Allianz: Deutsch, stabil, zuverlässig
Die Allianz (WKN: 840400) ist für deutsche Anleger der Inbegriff einer verlässlichen Dividendenaktie. Das Geschäftsmodell ist bewährt: Der Konzern versichert weltweit Menschen sowie Vermögen. Das ist ein einfaches, aber stabiles Geschäftsmodell.
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Allianz hervorragend. Weil die Belastungen durch Naturkatastrophen vergleichsweise gering ausfielen und alle Sparten wuchsen, kletterte das operative Ergebnis auf den Rekordwert von 17,4 Mrd. Euro. Unterjährig hatte das Management die Gewinnprognose angehoben.
Entscheidend für einkommensorientierte Anleger ist die Dividendenhistorie: Seit dem Krisenjahr 2009 hat die Allianz ihre Ausschüttung nicht mehr gesenkt. Das bedeutet 17 Jahre in Folge ohne Kürzungen oder Ausfälle. Das entspricht einer Verlässlichkeit, die am Aktienmarkt Seltenheitswert hat. Dieses Jahr zahlte die Allianz 17,10 Euro pro Aktie. Mit einer Gesamtausschüttung von rund 6,5 Mrd. Euro ist der Konzern der größte Dividendenzahler Deutschlands.
Die aktuelle Dividendenrendite bewegt sich bei rund 4,3 % (Stand: 19.06.2026, maßgeblich für alle Angaben). Meiner Meinung nach ist das ein attraktiver Wert, zumal man als Aktionär auch in den nächsten Jahren von Dividendenerhöhungen ausgehen kann.
Genau das zeichnet auch eine klassische Buy-and-Hold-Aktie aus: keine wilden Schwankungen, dafür Sicherheit und Beständigkeit.
Das Versicherungsgeschäft liefert von Natur aus planbare Erträge. Menschen benötigen Absicherung unabhängig von der wirtschaftlichen Lage. Das schützt den Gewinn und sichert die Dividende auch in schwierigeren Zeiten.
Johnson & Johnson: Die sichere Bank
Johnson & Johnson (WKN: 853260) ist zwar keine deutsche Aktie, für eine internationale Diversifikation jedoch kaum zu schlagen. Das US-Pharma- und Medizintechnikunternehmen gilt als so krisenfest, dass es neben Microsoft eines von nur zwei börsennotierten US-Unternehmen mit einem AAA-Kreditrating von S&P Global Ratings ist.
Im Jahr 2025 hat Johnson & Johnson etwa 20,4 Mrd. US-Dollar an freiem Cashflow erwirtschaftet. Von diesem Geld hat der Konzern rund 5,1 Mrd. US-Dollar als Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Das entspricht etwa der Hälfte bis 60 % des freien Cashflows. Der Rest bleibt im Unternehmen als Sicherheitspolster. Genau das macht die Dividende so nachhaltig: Johnson & Johnson behält genug Geld zurück, um auch in schwierigen Zeiten stabil zu bleiben.
Zudem ist das Unternehmen für seine extreme Verlässlichkeit bei Dividenden bekannt. Seit 64 Jahren in Folge hat Johnson & Johnson die Dividende jedes Jahr erhöht – ohne eine einzige Unterbrechung. Zuletzt wurde sie im April um 3,1 % angehoben.
Pro Aktie und Jahr erhalten Aktionäre nun 5,36 US-Dollar. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei etwa 2,3 %. Das ist zwar niedriger als bei manchen europäischen Aktien wie der Allianz, aber dafür bekommst du hier verlässliche Top-Qualität. Nur sehr wenige Unternehmen weltweit haben ein so sicheres Geschäftsmodell und ein AAA-Kreditrating.
Menschen brauchen immer Medikamente, medizinische Geräte und Gesundheitsprodukte – egal ob die Wirtschaft gerade gut oder schlecht läuft. Johnson & Johnson ist in allen drei Bereichen stark aufgestellt. Deshalb übersteht das Unternehmen praktisch jede Krise und kann seine Dividende selbst dann weiter erhöhen, wenn viele andere Firmen sie kürzen müssen.
Warum diese zwei Dividendenwerte zusammenpassen
Die Allianz liefert deutsche Stabilität und eine verlässlich hohe Dividendenrendite. Johnson & Johnson bringt globale Diversifikation und höchste Bilanzqualität ein. Zusammen bilden sie ein Duo, das in nahezu jeder Marktphase funktioniert.
Die Allianz verändert sich weit weniger rasant als ein Technologiekonzern. Das Gleiche gilt für Johnson & Johnson. Diese Beständigkeit hat Methode. Wer auf eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie setzt, braucht keine Unternehmen, die sich ständig neu erfinden müssen.
Die Dividenden beider Konzerne werden aus vorhandenem Cash bezahlt. Sie stammen nicht aus neuen Schulden, sondern speisen sich direkt aus den operativen Gewinnen. Das ist aus meiner Sicht ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Manche Unternehmen finanzieren hohe Ausschüttungen auf Pump. Das geht meistens nur so lange gut, bis es schiefgeht.
Außerdem erhöhen beide Unternehmen ihre Dividenden regelmäßig. Das bedeutet, dass die Ausschüttung im Laufe der Zeit wächst. Es ist ein Investment, das sich auf diese Weise gewissermaßen selbst verbessert. Und darum eignen sich diese beiden Aktien perfekt für den klassischen Buy-and-Hold-Ansatz.
Der Artikel 2 Dividendenwerte für den Buy-and-hold-Ansatz ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.