Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter! Somit entgehen Ihnen keine Nachrichten von den 4 wichtigsten Agenturen und von über 20 Börsenbriefen.
Jetzt anmelden
ISIN:
DE0008232125
WKN:
823212
Freitag, 20. April 2012 | 08:00
FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutschen Fluggesellschaften kommen nicht aus eigener Kraft aus der Krise. Um ihre Verluste zu reduzieren, brauchen sie Unterstützung von Politikern und Geschäftspartnern, sagte Lufthansa-Passage-Vorstand Roland Busch dem Luftfahrtpresseclub in Frankfurt.
Während die Politiker bessere Rahmenbedingungen schaffen sollen, müssten die Geschäftspartner, zu denen Flughäfen, Flugsicherung und andere Dienstleister gehören, ihre Preise senken. Nur so könnten die deutschen Airlines ihre Ausgaben reduzieren und mit ausländischen Fluggesellschaften konkurrieren. "Luftverkehr ist eine Wachstumsbranche, aber das Wachstum findet immer weniger in Deutschland statt", klagte Busch, der auch Vorstand im Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften ist.
Viele ausländische Airlines hätten geringere Standortkosten wie Flughafen-, Flugsicherungs- sowie Start- und Landegebühren. Die Gewinnmargen deutscher Fluggesellschaften liegen deswegen unter denen ihrer internationalen Wettbewerber. Ohne auskömmliche Renditen könnten die Unternehmen aber neue Flugzeuge und andere Investitionen nicht finanzieren und fielen im internationalen Vergleich noch weiter zurück, warnte Busch.
Zwar arbeiten die deutschen Fluggesellschaften auch selbst an der Reduzierung der Verluste. Allerdings beträfen interne Sparmaßnahmen nur 40 Prozent aller Kosten - die anderen 60 Prozent der Belastungen kämen von außen, davon rund 30 Prozent aus dem Treibstoffbedarf. Weitere 30 Prozent seien System- und Standortkosten und resultieren auch aus Nachtflugverboten, Emissionshandelsvorgaben, Luftverkehrssteuer und Schallschutzmaßnahmen.
"Wir sind da in einer verflixten Sandwichposition", sagte Busch. Während die Deutsche Lufthansa diese Kosten wegen des scharfen Wettbewerbs nicht vollständig an die Kunden weitergeben könne und deswegen nur eine Rendite von weniger als 3 Prozent erreiche, weise der Flughafenbetreiber Fraport eine "Traumrendite" von mehr als 20 Prozent und die Flugsicherung rund 14 Prozent aus. "Steigende Standortkosten werden zu einer schweren Hypothek für die deutschen Fluggesellschaften," prognostizierte der Vorstand.
Um die Fluggesellschaften und damit den Luftverkehr in Deutschland zu stärken, wünscht sich Busch einen Sinneswandel bei allen Beteiligten. Denn gegenwärtig erfahre diese Branche nicht die gleiche Wertschätzung wie andere Industrien in Deutschland. "Das ist frustrierend", sagte der Lufthansa-Vorstand. Politiker und Partner würden sich zwar die Probleme der Airlines anhören, dann aber andere Entscheidungen treffen als gewünscht, klagte er.
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,
+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com,
DJG kib sha
(END) Dow Jones Newswires
April 20, 2012 04:00 ET (08:00 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.